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Kritik: Sivas (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Im September letzten Jahres durfte Kaan Müjdecis mit seinem Langfilmdebüt "Sivas" nicht nur an den Filmfestspielen von Venedig teilnehmen, sein beeindruckendes Coming-of-Age-Drama wurde sogar mit dem Spezialpreis der Jury geehrt. Das verwundert nicht, denn Müjdecis Film mutet kaum an wie ein Erstlingswerk, sondern ist ein reifer und stimmungsvoller Film über das Erwachsenwerden.

Im Zentrum steht der kindliche Protagonist Aslan, der großartig von dem jungen Doğan İzci gespielt wird, und seine Sicht auf die Welt. Die Kamera ist dabei immer auf Augenhöhe der Kinder und nimmt die Erwachsenen vor allem zu Beginn nur am Rande wahr. Mit Aslans Entwicklung reift allerdings auch der Film und weitet seinen Blickwinkel aus: Aslans Wunsch in einer Schulaufführung die Rolle des Prinzen zu übernehmen gerät völlig in den Hintergrund, stattdessen erfasst der Junge erstmals bewusst die komplexen sozialen Hierarchien und Regeln seiner Dorfgemeinschaft.

Müjdecis Drama schildert all dies ohne Verklärung und Nostalgie in Hinblick auf die Kindheit, sondern mit einem ungeschönten, klaren Blick. Bisweilen ist "Sivas" dabei ein sehr rauer Film, dessen düstere Bilder fast ein wenig trostlos anmuten. Auch die realistisch inszenierten Hundekämpfe sind in ihrer Darstellung recht drastisch ausgefallen und haben für Kontroversen gesorgt, da sie im Film nicht explizit verurteilt werden. Als Sinnbild für die gewaltsamen und grausamen Kräfte die das Kind Aslan zum Erwachsenwerden drängen, sind diese Aufnahmen aber treffend und von großer Wahrhaftigkeit.

Fazit: Das beeindruckende Kinodebüt von Kaan Müjdeci ist ein starkes Drama über das Erwachsenwerden, das vor allem dank des jungen Hauptdarstellers und einem ungeschönten, klaren Blick auf die Kindheit überzeugt.





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