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Kritik: Conni & Co (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Unter der Regie von Franziska Buch ("Emil und die Detektive") erlebt die beliebte Mädchenbuch-Heldin Conni jetzt ihr erstes Kinoabenteuer. Die Geschichte verknüpft Motive aus der gleichnamigen Bestsellerreihe mit neuen Inhalten rund um das Thema Mut und Verantwortung. Die von Emma Schweiger ("Kokowääh") gespielte zwölfjährige Titelfigur ist im Grunde ein sehr verträglicher Charakter, kann aber auch ganz schön dickköpfig sein. Wenn es um das Wohl hilfloser Tiere geht, endet Connis Kompromissbereitschaft. Dann nimmt sie selbst die Gefahr in Kauf, sich mit ihrem Vater zu überwerfen. Weil ihre Motive aber so verständlich sind und Tierliebe hoch im Kurs steht, hat Conni letztlich keine soziale Ächtung zu befürchten, sondern darf im Gegenteil mit Anerkennung rechnen.

Connis Einsatz für den armen kleinen Hund dient als roter Faden und Spannungsgarant in einer Handlung, die im Übrigen auch von der Integration in eine neue Schulklasse erzählt. Wie in den Buchvorlagen hat Conni einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und redet unter Gleichaltrigen niemandem nach dem Mund. Der Film greift auch ganz gut Connis Gutmütigkeit und ihre Fähigkeit, einzustecken, auf. Und er thematisiert den Kampf der Geschlechter, der sich darin äußert, dass einige Jungen in der Klasse sich den Mädchen grundsätzlich überlegen fühlen. Conni aber entlarvt diese Mentalität ganz souverän als gestrig. Emma Schweiger muss gar nicht so viel reden, aber ihre Dialogsätze, die sie etwas unbeholfen hervorstößt, sind dann recht pointiert. Selbst dieses Unbeholfene hat einen gewissen Charme, der zum rebellisch-trotzigen Auftreten der Figur passt. Die Nebencharaktere fügen sich zu einem bunt gemischten Ensemble, allerdings bleiben sie alle oberflächlich.

Die Kleinstadt, in der Conni lebt und der urige Gnadenhof der junggebliebenen Oma strahlen Gemütlichkeit aus. Aber die Geschichte ist nicht aus der Zeit gefallen, denn die Kinder kennen sich gut mit Computern aus und steuern eine Drohne. Diese Mischung zeitloser und neuer Elemente ergibt eine abwechslungsreiche Wohlfühlatmosphäre, in die sich auch die unaufdringlichen Filmsongs gut einfügen. Etwas weniger Gefälligkeit aber hätte dabei helfen können, der Geschichte insgesamt ein deutlicheres Profil zu verleihen.

Fazit: Das erste Kinoabenteuer nach der gleichnamigen Bestsellerreihe etabliert die Titelheldin als mutiges Mädchen, das ein großes Herz für Tiere hat. Conni verdankt ihre hohe Glaubwürdigkeit wie in den Buchvorlagen ihrer umgänglichen Art, die dennoch mit dem Anspruch kombiniert ist, sich nicht verbiegen zu lassen. Der Film allerdings kommt, obwohl er über spannende Passagen verfügt und zu unterhalten versteht, etwas zu gefällig daher und erforscht seine Charaktere nicht wirklich.





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