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Gut zu Vögeln
Gut zu Vögeln
© Constantin Film

Kritik: Gut zu Vögeln (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ganz den Lebenskrisen der 30jährigen, die die wilde Studienzeit hinter sich haben und sich den wesentlichen Fragen nach der Gründung einer Familie oder einer ersten beruflichen Festlegung stellen müssen, widmet sich die Regisseurin Mira Thiel in ihrem Film. Sie schrieb das Skript gemeinsam mit Judith Bonesky. Beide Frauen wohnten früher gemeinsam in einer WG, was sich für das Schreiben des Drehbuchs als förderlich erwiesen hat. Die 37-jährige Münchnerin Thiel, die zuvor vor allem für TV-Dokumentationen verantwortlich zeichnete, drehte ihren Film in Berlin. Eine ganze Reihe an bekannten deutschen Gesichtern aus TV und Kino konnten die Macher für den Film gewinnen, so z.B. Oliver Kalkofe, Kai Wiesinger oder Sonja Kirchberger.

"Gut zu Vögeln" bietet dramaturgisch und inhaltlich wenige Überraschungen und weiß dem Genre der romantischen Komödie keine neuen Impulse oder Facetten hinzuzufügen. Außerdem bietet er etliche Klischees und Allgemeinplätze, die der Film sich mit so ziemlich jeder Romantic-Comedy teilt: so wird z.B. zwischen den Hauptfiguren aus Antipathie irgendwann innige Zuneigung, heißt: zwei gänzlich unterschiedliche Menschen finden nach anfänglichen Problemen allmählich zueinander. Klar, was sonst. Aber man muss ja auch nicht ständig das Rad neu erfinden. Ab und an genügt es, bekannte Muster und gängige Versatzstücke eines (Sub-) Genres gelungen und solide aufzubereiten, ohne viele Neuerungen. Und genau das tut "Gut zu Vögeln", dabei serviert der Film dem Zuschauer 90 locker-leichte, freche Minuten der Berieselungs-Unterhaltung.

Die beiden Hauptdarsteller harmonieren in ihren Rollen als von der Liebe enttäuschte, ewige Romantikerin Merlin und als ewiger Junggeselle Jacob, sehr gut. Die anderen Figuren bleiben da nicht selten ein wenig blass und darstellerisches Stückwerk, wie z.B. der schwule türkische Mitbewohner Samy Challah. Dennoch peppt Regisseurin Thiel ihren Film mit vielen modernen, frischen Ideen und Verspieltheiten auf: da ertönt ganz plötzlich mal die Titel-Melodie von Tetris, da werden Whats-App-Nachrichten als Symbol für (auch für 30-jährige) eines der gegenwärtig wichtigsten Kommunikationsmittel schlechthin eingeblendet und nicht selten gibt es Disko- oder Schlager-Hits als Karaoke- bzw. Playback-Versionen präsentiert.

Fazit: Zwar nach gängigem Muster und nicht ohne Klischees inszenierte romantische Komödie, die aufgrund der guten Chemie der beiden Hauptdarsteller und der vielen skurrilen Einfälle aber sehenswert geraten ist.





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