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Paco de Lucia - Auf Tour (2015)

Paco de Lucía: la búsqueda

Dokumentarfilm über Paco de Lucía, einen der bekanntesten Flamenco-Gitarristen der WeltKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Am 21. Dezember 1947 wird Paco de Lucía als Francisco Sánchez Gómez im andalusischen Algericas geboren. Sein Vater hält die Familie nur mühsam über Wasser. Tagsüber verdient er sein Geld als Obst- und Gemüsehändler, nachts spielt er mit seiner Gitarre in den Bars des Städtchens im tiefsten spanischen Süden den Flamenco. Das musikalische Talent hat er besonders seinem Sohn Francisco vererbt. Bereits in jungen Jahren begleitet Paco gemeinsam mit seinem älteren Bruder Pepe einen Tänzer auf dessen Tournee durch die USA. Erste Platten und eine beispiellose Karriere folgen.

Regisseur Curro Sánchez, Paco de Lucías Sohn, schreitet in seinem Dokumentarfilm die Karrierestationen seines Vaters ab, der noch vor Ende der Dreharbeiten am 25. Februar 2014 unerwartet in Mexiko starb. Sánchez zeigt den Stargitarristen auf und abseits der Bühne, lässt ihn selbst und zahlreiche Weggefährten zu Wort kommen.

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Paco de Lucía nimmt es ganz genau. Akribisch, beinahe versessen feilt sich der Musiker vor jedem Auftritt seine Fingernägel. Für ein perfektes Spiel sei das nötig. Und wenn er dann die ersten Töne auf seiner Gitarre anschlägt, wissen die Kinozuschauer warum. Selbst wem der Flamenco völlig fremd ist, kann sich de Lucías Rhythmus und Virtuosität kaum entziehen. Dessen Hit "Entre dos Aguas", der ihm 1973 den internationalen Durchbruch bescherte, hat fast jeder schon einmal gehört. Dass ihm der Erfolg nicht einfach in den Schoss gefallen ist, macht de Lucía leise, aber nachdrücklich klar. An Genies glaubt dieser Mann nicht, nur an Talent und harte Arbeit.

Für seinen Dokumentarfilm hat Paco de Lucías Sohn Curro Sánchez seinen Vater vor die Kamera gebeten. Der deutsche Untertitel "Auf Tour" führt etwas in die Irre. Zwar ist der Musiker bei Proben und Auftritten zu sehen, "Paco de Lucía" ist jedoch kein Konzertfilm. Den Rahmen bilden Gespräche, in denen de Lucía seine Karriere Revue passieren lässt. Curro Sánchez unterfüttert das mit Archivmaterial und Aussagen zahlreicher Weggefährten; schreitet so ganz klassisch die Stationen dieses bewegten Lebens chronologisch ab.

Mit dem Erfolg kommen auch die Neider. Selbsternannte Puristen des Flamencos lehnen de Lucías Öffnung zum Jazz und zur Klassik ab. Auch über diese Konflikte spricht der Musiker, lässt die Zuschauer an seinen Selbstzweifeln, die sich mit dem Erfolg und den gewachsenen Ansprüchen einstellten, teilhaben. Wenn sich der schüchterne und extrem zurückhaltende Musiker vor der Kamera öffnet, ist der Film am stärksten. Denn tiefere Einblicke gewährt de Lucía nicht. Seine Dämonen, die er zwar andeutet, jedoch nicht konkretieisert, nahm er mit ins Grab. 2014 starb Paco de Lucía noch vor Ende der Dreharbeiten unerwartet an einem Herzinfarkt. Statt dem Film einen künstlichen Schluss aufzupropfen, lässt Curro Sánchez die Musik seines Vaters für sich selbst sprechen. Das sind die anderen starken Momente dieses Dokumentarfilms, wenn de Lucía in seinem Spiel ganz bei sich selbst ist und sich in seiner Musik verliert.

Fazit: "Paco de Lucía" setzt dem 2014 verstorbenen Gitarristen ein filmisches Denkmal. Regisseur Curro Sánchez ist ein einfühlsames, aber auch sehr konventionelles Porträt seines Vaters gelungen. Berufliche Konflikte spart der Film größtenteils, das Privatleben ganz aus. Für diese Mängel entschädigt das großartige Gitarrenspiel, das auch Musikliebhaber begeistern dürfte, denen Flamenco bislang eher fremd gewesen ist.




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Land: Spanien
Jahr: 2015
Genre: Dokumentation
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 19.11.2015
Regie: Curro Sánchez
Darsteller: Paco de Lucía, Pepe de Lucía, Alberto Gavira
Verleih: Cine Global Filmverleih

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