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Sture Böcke (2015)

Hrútar

Grímur Hákonarsons stilles Drama erzählt von zwei zerstrittenen Brüdern und ihrer großen Liebe zu ihren Schafen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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Gummi und Kiddi sind zwei eigenbrötlerische Schafzüchter, deren Farmen nicht nur direkt nebeneinander liegen, die beiden Männer sind zudem Brüder. Doch seit mehr als 40 Jahren haben die zwei Bauern kein Wort mehr miteinander gewechselt und keiner ist bereit einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Lediglich die große Liebe zu ihren Tieren eint die unterschiedlichen Brüder. Als Gummi eines Tages bei einem Bock seines Bruders Anzeichen für die für Schafe tödliche Traberkrankheit entdeckt, halten dies alle zuerst für einen schlechten Witz. Aber als sich der Verdacht bestätigt, gerät die gesamte Dorfgemeinschaft in eine ernsthafte Krise: Alle Schafzüchter des kleinen Tals sind gezwungen ihre Tiere notschlachten zu lassen und zwei Jahre den Betrieb vollkommen einzustellen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Bereits in den ersten Minuten von "Sture Böcke" wird deutlich, wie gekonnt der Regisseur und Drehbuchautor Grímur Hákonarson sein Drama inszeniert: Mit Unterstützung der präzisen Montage sowie Sturla Brandth Grøvlens ("Victoria", 2015) achtsamer Kameraarbeit führt der isländische Filmemacher nicht nur in seinen filmischen Kosmos ein, sondern legt auch beinahe ohne Dialoge die zentralen Konflikte seiner Figuren dar. Die Hintergründe für den Zwist zwischen den Brüdern Gummi und Kiddi werden zwar nicht erläutert, aber der tiefe Groll zwischen den Männern wird ebenso spürbar wie die große Liebe, die die beiden Schafzüchter für ihre Tiere empfinden.

Während das dörfliche Setting mit seinen ebenso schweigsamen wie sturen Bewohnern in den ersten Szenen noch ein wenig skurril anmutet und der lakonisch-heitere Ton eine ironische Komödie vermuten lässt, so erweist sich "Sture Böcke" nach und nach zwar nicht als humorloses, aber als durchaus ernsthaftes Werk. Die unbeteiligte, karge Schönheit der isländischen Landschaft, die zu Beginn noch als stoischer Gegenpol zum ulkigen Treiben der eigenbrötlerischen Protagonisten dient, wandelt sich dabei mit voranschreitender Laufzeit zu einem Spiegel für die existenziellen Nöte, denen sich Gummi und Kiddi schließlich stellen müssen.

Vor allem Sigurður Sigurjónsson in der Rolle des zurückhaltenden Gummi gelingt es dabei, die Menschlichkeit und Tragik seiner Figur mit wenigen Gesten und Blicken erfahrbar zu machen. Ohne Pathos und melodramatische Knalleffekte erzählt Hákonarson von diesem Schafzüchter in einer ausweglosen Lage und erzielt gerade durch seine Zurückhaltung Glaubwürdigkeit und eine große emotionale Kraft.

Fazit: Grímur Hákonarsons Spielfilm, der als skurrile Komödie beginnt, erweist sich bald als ernstes Drama. Seine Kraft und Glaubwürdigkeit erhält die Geschichte vor allem durch die mit Bedacht eingesetzten filmischen Mittel, großartige Landschaftsaufnahmen sowie das einnehmende Spiel des Hauptdarstellers Sigurður Sigurjónsson.




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Land: Island
Jahr: 2015
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 31.12.2015
Regie: Grímur Hákonarson
Darsteller: Sigurður Sigurjónsson als Gummi, Theodor Juliusson als Kiddi, Charlotte Bøving als Katrin
Verleih: Arsenal

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