VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: God of Happiness (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Wer mit dem filmischen Kosmos des Regisseurs Dito Tsintsadze bereits vertraut ist, der wird sich auch in "God of Happiness" schnell zurechtfinden. Allerlei gesellschaftliche Randfiguren vom Migranten bis zur Prostituierten rücken hier in den Fokus und sind die Hauptfiguren einer Tragikomödie, die betont trocken ihre Turbulenzen entfaltet. Lasha Bakradze, der bereits in "Lost Killers" (2000) und "Schussangst" (2003) für Tsintsadze vor der Kamera stand, spielt dabei mit hinreißendem Understatement den Protagonisten Giorgi.

An der Seite des beruflich erfolglosen Helden wagt Tsintsadze uneitle sowie satirischen Blicke auf das Filmgeschäft und deutschen Betroffenheitskitsch. Vor allem zu Beginn erinnert "God of Happiness" dabei stark an die britische Comedy-Serie "Extras" (2005-2007), die ebenfalls von den Erlebnissen eines Filmstatisten handelt und auf vergleichbare Weise melancholische Nachdenklichkeit mit absurdem Humor verbindet.

Mit dem Auftauchen von Giorgis Tochter Tina und dem Einzug in eine Luxusvilla findet die Komödie jedoch ihren ganz eigenen Ton und unterhält mit grotesken Einfällen sowie dank der großartigen Performances der Schauspieler. Besonders Nadeshda Brennicke als hedonistische Mia darf dabei aus dem Vollen schöpfen und erweist sich als brillante Komikerin.

Clevere Pointen, lebensnahe Figuren und ein feiner Sinn fürs Abwegige machen den von Ralf M. Mendle wunderbar fotografierten "God of Happiness" unbedingt sehenswert, mag er auch nicht Tsintsadzes stärkster Film sein. Denn wo der Filmemacher gekonnt mit ironischen Brüchen bürgerliche Ideale und müde Filmklischees in ihre Einzelteile zerlegt, da hat seine Tragikomödie mitunter etwas von Stückwerk, bei dem manche Episoden etwas beliebig wirken.

Fazit: In seiner wunderbar fotografierten Tragikomödie wirft Regisseur Dito Tsintsadze satirische Blicke auf deutsche Filmklischees und bürgerliche Ideale. Melancholie und absurder Humor verbinden sich dabei zu einer eigensinnigen Mischung, während neben dem Hauptdarsteller Lasha Bakradze vor allem Nadeshda Brennicke in ihrer Rolle begeistern kann.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.