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The Reflektor Tapes
The Reflektor Tapes
© Arcade Fire

Kritik: The Reflektor Tapes (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Regie führte hier erstmals Kahlil Joseph, der zuvor überwiegend mit zwei Größen des Musikbiz zusammengearbeitet hat: dem US-Rapper und Songschreiber Kendrick Lamar und dem US-DJ und Produzenten Flying Lotus, der sich vor allem experimenteller Elektro-Musik und Hip-Hop verschrieben hat. Arcade Fire passen da gut ins Bild bzw. zur favorisierten Klientel von Joseph, der am liebsten mit ausgezeichneten Künstlern und fähigen Musiker abseits des glatt gebügelten Massengeschmack-Sounds arbeitet. Das Album "Reflektor" von Arcade Fire brach mit den Hörgewohnheiten vieler: mehr als zuvor im Sound der Band, gingen die Songs ineinander über und mehr noch als sonst vermengte sie auf "Reflektor" ihren (diesmal sehr tanzbaren) Barock-Pop mit typischen Artrock- und Indie-Klängen sowie dezenten Folklore-Elementen. Genau so außergewöhnlich, wie es Joseph so gerne mag.

"The Reflektor Tapes" gibt einen umfassenden, zu jeder Zeit erhellenden Einblick in das mitunter zermürbende Tour-Leben und legt einen dokumentarischen Schwerpunkt ganz klar auf den Entstehungsprozess des Albums auf Jamaika. Viele Monate hielt sich die Band in einem 1979 erbauten jamaikanischen, pompösen Kitsch-Schloss eines exzentrischen Herzogs auf, in dem sie an ersten Song-Ideen und -Skizzen arbeiteten. Im Anschluss ging es dann zu Aufnahmen in die Heimat nach Montreal, in die Sonovox Studios. Doch auch der umfassenden Reflektor-Tour kommen genug Raum und Geltung zu.

"The Reflektor Tapes" zeigt die Band u.a. bei einem sehr spontanen Gig der Band in einem Hotel auf Haiti bis hin zu großen Show-Konzerten in Los Angeles und London am Ende der Reflektor-Tour, die insgesamt an die 120 Konzerte umfasste. Und hier und da gibt es sogar auch heimliche, ungemein private und intime Momente, wenn Joseph mit der Kamera ganz nah bei der Band ist und diese einen überraschenden, ungeahnten Einblick in das Innere ihres gebrechlichen Gefüges gewährt.

Fazit: Ausgewogene, facettenreiche Doku über die Entstehung einer der besten und erfolgreichsten Indie-Alben der letztem Jahre sowie die anschließende Welt-Tournee.





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