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The Who: Live in Hyde Park
The Who: Live in Hyde Park
© Arts Alliance

Kritik: The Who: Live in Hyde Park (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Seit den mittleren 60er-Jahren gilt die englische Rockband The Who als eine der prägenden und einflussreichen Rockbands der Geschichte. Sie waren Vorreiter der in England populären "Mod"-Bewegung (vornehmlich junge Leute, die auf ihren Rollern und in dicken Anoraks unterwegs waren und ihre Liebe zu "schwarzer" Musik wie Soul, R'n'B und Jazz teilten) und beeinflussten auch die meisten Bands der in den 90er-Jahren einsetzenden Brit-Pop-Welle. 1965 gelang ihnen mit dem Klassiker "My Generation" der kommerzielle Durchbruch, ein Song, der bis heute immer wieder auch in Werbespots und Jingles zum Einsatz kommt und vom Musikmagazin Rolling Stone auf Platz 11 der "500 besten Songs aller Zeiten" gewählt wurde. Mit ihren Konzeptalben "Tommy" (1969) und "Quadrophenia" (1973) wurde die Band endgültig unsterblich.

Für ihr 20 Songs umfassendes, die Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum beschließendes Megakonzert, lieferte die Band den passenden Rahmen: der Gig fand im Londoner Hyde Park statt, eine der bekanntesten und größten innerstädtischen Parks der Welt. Fast 70 000 Fans jeglicher Altersgruppierung waren Ende Juni dieses Jahres anwesend, als es zu dem Megaevent kam. Die Songauswahl war exquisit und berücksichtigte jegliche Schaffensphase der Musiker. Chronologisch und energiegeladen startete die Band in das Set mit ihrer allerersten Single, "I can't explain" vom Dezember 1964.

Obwohl sich die Band hier freilich vornehmlich auf ihre größten und bekanntesten Erfolge sowie die wichtigsten Stücke der Rock-Opern "Tommy" und "Quadrophenia" konzentriert, baut sie immer wieder auch Fan-Favoriten und weniger geläufige Stücke ein, sofern man mit dem musikalischen Schaffen und Oeuvre der Band nicht vollends vertraut ist. So z.B. das Liebeslied "Bargain" vom 71er-Album "Who's next" oder dem (vor allem für Daltrey stets umstrittenen) Song "Eminence Front" von "It's hard" (1982), dem vorletzten Studioalbum der Band. Die Band präsentiert sich in fröhlicher, außerordentlicher Spiellaune, auch wenn ein Roger Daltrey natürlich nicht mehr ganz so frisch und gelenkig über die Bühne hüpft und das Mikro nicht mehr so hoch durch die Luft zu schleudern vermag (sein Markenzeichen seit jeher) wie in den 70er-Jahren.

Zwei gigantische Video-Leinwände bringen die Bilder der energisch und druckvoll aufspielenden Band und die Bühnen-Impressionen auch bis zu den letzten Fans ganz am hinteren Ende der Menschenmasse. "The Who: Live In Hyde Park" ist ein bildgewaltiges, bombastisches Show-Event, das einer der größten Rockbands der Welt ein außerordentliches audiovisuelles Denkmal setzt.

Fazit: Bombastisch-energiegeladenes, kraftvolles Showspektakel von einer der größten Rockbands der Geschichte mit exquisiter Songauswahl in erstklassigem Soundgewand.





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