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The Shallows - Gefahr aus der Tiefe
The Shallows - Gefahr aus der Tiefe
© Sony Pictures

Kritik: The Shallows - Gefahr aus der Tiefe (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dem Horror- und Action-erprobten Regisseur Jaume Collet-Serra ("Orphan – Das Waisenkind", "Unknown Identity") und dem Drehbuchautor Anthony Jaswinski, der mit "Kristy – Lauf um dein Leben" im Jahre 2014 ein schnörkelloses Genrestück verfasste, gelingt es mit "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe", dem Subgenre des Hai-Thrillers wieder die nötige Spannung und Ernsthaftigkeit zu verleihen, die seit langer Zeit verloren schien. Nachdem Steven Spielberg mit "Der weiße Hai" vor mehr als vier Dekaden einen Klassiker schuf, folgten im Laufe der Jahre drei zunehmend schwächere Fortsetzungen sowie zahllose Nachahmer, von denen sehr wenige auch nur ansatzweise die beängstigende Atmosphäre des Vorbilds zu erzeugen vermochten. B-movies wie "Shark Night 3D" (2011) oder "Bait 3D – Haie im Supermarkt" (2012) versuchten vergeblich, ihre reißerisch-albernen Handlungsentwürfe durch tragische Hintergrundgeschichten ihrer Hauptfiguren anzureichern, während die "Sharknado"-Reihe seit 2013 dafür sorgt, dass Haie im Film in erster Linie mit kalkulierter Trash-Unterhaltung assoziiert werden.

Gewiss reicht auch "The Shallows" nicht an die Komplexität und Genialität des Spielberg-Werks heran. Collet-Serra und Jaswinski liefern jedoch einen weitgehend schlüssig geschilderten sowie mitreißend inszenierten Survival-Trip mit einer einnehmend gezeichneten Heldin und einem Antagonisten, der zunächst klugerweise nur in Andeutungen erfasst wird, aber auch später kaum etwas von seinem Schrecken verliert. Wiewohl es sich um eine CGI-Kreatur handelt, kann der Hai als Bedrohung überzeugen. Zudem wird durch den im Wasser treibenden Wal-Kadaver durchaus plausibel gemacht, dass sich der hungrige Fisch gerade in dieser Gegend aufhält. Die visuelle Umsetzung gleicht im ersten Drittel allzu sehr einer verfilmten Urlaubs- und Bademoden-Hochglanzbroschüre, hat im weiteren Verlauf dann jedoch einige clevere Bildideen zu bieten. Die plötzlich auftauchende Dreiecksflosse, das blutrot gefärbte Wasser oder das weit geöffnete Maul des Raubtiers dienen hier nicht (wie in den vielen Produktionen der Billigfilm-Schmiede The Asylum) als Action-Klamauk-Einlagen, sondern als Darstellung menschlicher Urängste.

Nach einigen bereits sehr starken Performances, etwa in "The Town – Stadt ohne Gnade" oder "Für immer Adaline", weiß Blake Lively in "The Shallows" als überlebenswillige Protagonistin vollauf zu beeindrucken. Sie verkörpert Nancy als intelligente junge Frau, mit der man durchgängig mitfiebert.

Fazit: Der rare Fall eines gut gemachten Hai-Thrillers; spannungsreich in Szene gesetzt und von Blake Lively hervorragend gespielt.




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