VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Shaandaar
Shaandaar
© One Filmverleih © Bollywood Corner

Kritik: Shaandaar (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Shaandaar" ist der neueste Film des indischen Regisseurs, Autors und Produzenten Vikas Bahl, der in den letzten Jahren vor allem produzierend tätig war. Allein in diesem Jahr brachte er als ausführender Produzent vier Filme in die Kinos, bei "Shaandaar" führte er auch selber noch Regie. Als eine der wenigen indischen Großproduktionen, wagten sich Bahl und sein Team für die Dreharbeiten ins Ausland. Ab August 2014 fanden Teile der mehrwöchigen Dreharbeiten in der 470 000 Einwohner-Metropole Leeds statt. Die Hauptrolle spielt hier Shahid Kapoor, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bollywood-Darsteller, der auch als Model tätig ist.

Ganz im Stile Bollywoods und der Hindi-Kino-Kultur, ist auch dieser Film zu einem echten Epos geworden, mit einer stolzen Lauflänge von fast 170 Minuten. Dass der Film dabei fast keine, oder zumindest doch lediglich eine äußerst überschaubare Handlung aufweist, stört die Macher nicht, und die Zuschauer - die in Scharen in die Kinos rennen - erst Recht nicht. Und auch "Shaandaar" ist vor allem eins geworden: ein süßlicher, kitschiger, seichter Schmalz-Overkill von einem Film mit wenig bis gar keinem Tiefgang, am Reißbrett entworfener Figuren und einer Dramaturgie, die einen Alfred Hitchcock zur Weißglut getrieben hätte (ein Spannungsbogen existiert praktisch nicht), dennoch: auf eine ganz eigene, ganz spezielle Art vermag der Film zu verzaubern, gut zu unterhalten und immer wieder in ungläubiges Staunen zu versetzen.

Die Darsteller harmonieren prächtig miteinander, allen voran das Traumpaar wider Willen: der Hochzeitsplaner und die süße Schwester der Braut. Immer wieder kommen sich beide in die Quere, necken und streiten sich aber sind dabei sehr sympathisch und haben die Herzen der Zuschauer auf ihrer Seite. Ob beim gemeinsamen, schwülen Bad im verwunschenen See in den Abendstunden oder bei der zufälligen Begegnung am Strand am Tage: stets stimmt die Chemie und es funkt von Mal zu Mal mehr. Auch die unverhofften, chaotischen Einlagen zwischen Jagjinder und dem Vater der Braut bzw. Alias Vater, sitzen und sind für einige echte Lacher gut.

Überhaupt kommt es zwischen diesen Männern immer wieder zu skurrilen, verrückten Momenten und Dialogen, die oft an Ben Stiller und Robert De Niro in "Meine Braut, ihr Vater und ich" sowie den Fortsetzungen denken lassen. In einem echten Bollywood-Film dürfen aber natürlich auch die ausschweifenden, perfekt choreographierten und an schrillen Farben nicht zu überbietenden Tanzeinlagen fehlen, doch nehmen diese hier zum Glück nicht den meisten Raum ein.

Fazit: Unterhaltsame Bollywood-Komödie mit dem üblichen, hohen Kitsch- und Schmalzfaktor aber bestens aufgelegten Darstellern und angenehm zurückhaltenden Tanz-Einlagen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.