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Paula (2016)

Biopic über die Malerin Paula Modersohn-BeckerKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Als das 20. Jahrhundert anbricht, verzeichnet die Künstlerkolonie Worpswede einen Neuzugang: Die 24-jährige Paula Becker (Carla Juri) möchte dort wenigstens einen Sommer lang als Malerin arbeiten dürfen, bevor sie dem Willen ihres Vaters entsprechend heiraten oder eine Stelle annehmen muss. Ihr Lehrer Fritz Mackensen (Nicki von Tempelhoff), der in Worpswede das große Wort führt, ist mit der aufmüpfigen Paula nicht zufrieden: Sie malt nicht naturgetreu, wie er es immer predigt. Außerdem meint Mackensen sowieso, dass Frauen niemals echte Kunst hervorbringen könnten. Paula jedoch will ihren eigenen Stil entwickeln und porträtiert die Menschen, die im Armenhaus wohnen. Sie freundet sich mit der jungen Bildhauerin Clara Westhoff (Roxane Duran) an und heiratet den verwitweten Maler Otto Modersohn (Albrecht Abraham Schuch).

An ihrem 30. Geburtstag hat Paula endgültig genug von Worpswede und vor allem vom Leben mit Otto Modersohn: Weder hat er in den ganzen Jahren mit ihr geschlafen, noch schätzt er ihre Werke. Paula zieht nach Paris, wo Clara Westhoff lebt. Dort besucht sie die Akademie, genießt die künstlerische Boheme-Szene, findet einen französischen Freund. Von Otto Modersohn, auf dessen Geld sie angewiesen ist, will sie sich endgültig trennen. Doch Otto reist nach Paris, um seine geliebte Frau zurückzugewinnen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Regisseur Christian Schwochow hat für sein Porträt der deutschen Malerin Paula Modersohn-Becker sehr sinnliche Bilder gefunden. Sie tauchen in die ländliche Abgeschiedenheit der Künstlerkolonie Worpswede ein und in den flirrenden Trubel der Pariser Boheme. An beiden Orten spüren sie dem Geist der Jahrhundertwende nach. Die Gesellschaft steht vor großen Umwälzungen, doch den Frauen sind in ihrer Selbstentfaltung nach wie vor enge Grenzen gesetzt. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen darf Paula Becker nicht Kunst studieren. Als sie später ohne ihren Mann Otto Modersohn nach Paris geht, drängen ihn seine Worpsweder Kollegen, sie entweder freizugeben oder ins Irrenhaus stecken zu lassen. In Paris aber bringt Paula Modersohn-Becker ihre frühexpressionistische Malerei zur Blüte. Das einfühlsame Drama erstreckt sich über einen Zeitraum von sieben Jahren bis zum frühen Tod der Künstlerin im Alter von 31 Jahren.

Der Dichter Rainer Maria Rilke (Joel Basman) hat nur Spott übrig für die "deutsche Kleingartenkunst" von Worpswede. In Paris ermuntert er Paula, die einen ganz anderen, individuellen Stil pflegt, ihre Werke zu verkaufen. Doch Paula scheut davor zurück: Sie glaubt offenbar nicht mehr an ihre öffentliche Anerkennung, nach der Missbilligung, die sie in Worpswede erfuhr. In Paris ist man da schon etwas weiter, dort geht gerade der Stern des ebenfalls lange geächteten Paul Cézanne auf. Die verschiedenen Künstlercharaktere – Paula, Otto, der exzentrische Rilke, der gockelhafte Mackensen – symbolisieren die dynamische Vielfalt der Epoche. Paulas Ausbruch nach Paris ist auch eine Reaktion darauf, dass der konservative Otto ihrer Arbeit nicht die nötige Anerkennung zollt.

Das ganze Porträt kreist um die schwierige Liebesbeziehung des Künstlerpaars. So grundverschieden Paula und Otto auch sind, sie hängen aneinander. Aber sie müssen lange an ihrer Einstellung arbeiten. Mit Otto, diesem wortkargen und zurückhaltenden Charakter, geht der Film respektvoll um. Wie sehr die heutige Sichtweise die Geschichte bestimmt, zeigt sich hingegen am deutlichsten in Carla Juris Darstellung der Paula. Diese Filmfigur ist spontan, fröhlich, frech, wirkt mit ihrer Art aber nicht mehr in der Vergangenheit, als in der Gegenwart verankert. Trotz dieser tendenziellen Oberflächlichkeit vermag es der Film, empathisch und spannend zu erzählen und mit seinen stimmungsvollen Aufnahmen – vor allem in der Landschaft von Worpswede - zu betören.

Fazit: Regisseur Christian Schwochow vertieft sich einfühlsam in das kurze Leben der Malerin Paula Modersohn-Becker und ihre schwierige Ehe mit Otto Modersohn. So entsteht ein spannendes, deutlich aus heutiger Sicht gezeichnetes Porträt einer künstlerischen und persönlichen Emanzipation. Die lebensfrohe Stimmung der Jahrhundertwende spiegelt sich auch in der Sinnlichkeit der Aufnahmen, die die Kamera in der Landschaft von Worpswede findet.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Biopic
Kinostart: 15.12.2016
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Stanley Weber als George, Carla Juri als Paula, Roxane Duran als Clara Westhoff
Verleih: Pandora Film

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In "Paula" beschreibt Christian Schwochow die faszinierende Geschichte dieser hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gegen alle Widerstände und mit [...mehr] unbändiger Kraft lebte Paula Modersohn-Becker ihre Vision von künstlerischer Selbstverwirklichung und ihre romantische Vorstellung von Ehe und Liebe.

"Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist? Und mein Leben ist ein Fest, ein kurzes, intensives Fest… Und wenn nun die Liebe mir noch blüht, vordem ich scheide, und wenn ich drei gute Bilder gemalt habe, dann will ich gern scheiden mit Blumen in den Händen und im Haar." Diesen Gedanken schrieb sie 1900 in ihr Tagebuch und starb sieben Jahre später mit gerade einmal 31 Jahren. Paula Modersohn-Becker hinterließ mehr als 750 Gemälde und 1.000 Zeichnungen und beeinflusste die Kunst der Moderne wie wenige andere.

Und dennoch geht der Reiz, den sie heute auf uns ausübt, von etwas anderem aus. Über viele Jahre kämpft sie mit ihrem Mann Otto für eine Beziehung, in der sie ihr Glück als Eltern finden und sich gemeinsam künstlerisch weiterentwickeln.

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