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Birds & People - Ganz verrückt auf Vögel
Birds & People - Ganz verrückt auf Vögel
© www.birdsandpeople.de

Kritik: Birds & People - Ganz verrückt auf Vögel (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Eine Hommage an Menschen, die ganz verrückt auf Vögel sind", nennt der Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann seinen neuen Dokumentarfilm. Bereits in den beiden vorigen Jahren widmete er zwei Kinofilme mit dem Titel "Deutschlands wilde Vögel" der gefiederten Tierwelt und präsentierte Reservate und Biotope, in denen sich bestimmte Arten gut beobachten lassen. Diesmal stehen die Menschen im Vordergrund, die sich auf ganz verschiedene Weise mit wilden Vögeln beschäftigen. Viele von ihnen beobachten, zählen, zeichnen, pflegen Vögel in ihrer Freizeit. So bietet der Film ein anregendes, unterhaltsames inhaltliches Potpourri über die verschiedenen Gesichter der Ornithologie und der Naturbegeisterung zwischen Privatvergnügen und wissenschaftlich-öffentlichem Engagement.

Wer sich für Vögel interessiert, wird sich aus diesem Film mit Sicherheit einiges herausfischen können, was der eigenen Neugier besonders entgegenkommt. Vielleicht ist es das Thema der Vogelfütterung, zum dem Professor Dr. Peter Berthold vom Max-Planck-Institut in Radolfzell Überraschendes zu sagen hat. Oder die Vorstellung von wenig bekannten Sammlungen und Museen. Der Exkurs in die Vergangenheit zeigt, dass unter den ersten Ornithologen in Deutschland auch Autodidakten waren, die allein aus persönlichem Forschungsinteresse zu wissenschaftlichen Erkenntnissen gelangten. Auch die heutigen Beispiele sollen den Zuschauern Mut machen, sich für Vögel und die Erhaltung ihrer Lebensräume zu engagieren. Sehr spannend ist das Kapitel, in dem darüber berichtet wird, wie im oberbayerischen Burghausen der fast ausgestorbene Waldrapp wieder in der freien Natur angesiedelt werden soll.

Diese bunte Mischung wird von einem ausgiebigen Voice-Over-Kommentar begleitet. Die Statements der Protagonisten selbst fallen hingegen vergleichsweise spärlich aus. So wirkt die Gestaltung keineswegs makellos und manchmal häuft sich die verbale Betonung des Einmaligen, die Suche nach Superlativen. Auch fehlt den – im einzelnen durchaus faszinierenden - Aufnahmen das Spektakuläre, die mit großem technischen Aufwand hergestellte Ästhetik der Naturfilm-Oberliga, zu der Werke wie "Magie der Moore" zählen. Dafür aber widmet sich der unterhaltsame und kurzweilige Film Menschen und Hobbys, über die sonst wenig oder gar nicht berichtet wird.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Hans-Jürgen Zimmermann stellt Menschen vor, die sich auf verschiedenste Weise für die heimische Vogelwelt begeistern. Die Bandbreite, die vom Wissenschaftler bis zum Hobbyfotografen und ehrenamtlichen Tierschützer reicht, sorgt für eine reizvolle und unterhaltsame inhaltliche Mischung voller Anregungen. Auch wenn die Präsentation keinen perfekten Eindruck macht, überzeugt der Film mit seinem Vorstoß in eine thematische Nische, deren kleine Perlen hinter der Fassade des Unscheinbaren oder Alltäglichen auf Entdeckung warten.




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