VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Tini: Violettas Zukunft
Tini: Violettas Zukunft
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Tini: Violettas Zukunft (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Film beruht auf der erfolgreichen argentinischen Telenovela "Violetta", die ab 2012 erfolgreich auf dem Disney Channel lief. In der Serie ging es um eine musikalisch begabte junge Frau, Violetta, die nach einigen Jahren in ihre argentinische Heimat zurückkehrt, um sich dort eine erfolgreiche Karriere aufzubauen. Schon in der Serie wurde die Hauptfigur von der jetzt 19-jährigen Sängerin und Schauspielerin Martina Stoessel verkörpert. Stoessel unterschrieb im letzten Jahre einen eigenen Plattenvertrag bei Hollywood Records und kehrt mit diesem Film nun in ihre Paraderolle zurück. Ebenso sind die meisten Hauptfiguren im Film mit Schauspielern besetzt, die Fans bereits aus der Telenovela kennen. "Tini", der Ende 2015 vor allem auf Sizilien gedreht wurde, hatte seine Weltpremiere in diesem Jahr auf dem Filmfest Amsterdam.


"Tini" ist exakt zugeschnitten auf die Zielgruppe der (vor allem weiblichen) Teenager zwischen zwölf und sechzehn Jahren, die Violettas, oder besser: Tinis, Herzschmerz und Liebeskummer aus eigener Erfahrung wohl nur zu gut kennen. Der Film hat eine einfache, leicht zu verfolgende Story, viele am Reißbrett entworfene – und natürlich stets höchst attraktive – Figuren und folgt einer Hauptfigur, die mit sich selbst und den Schattenseiten des Ruhms ringt. Aufgrund dessen (Star-Ruhm, Popkarriere, ein tadelloses Äußeres ohne Makel) hat das Werk natürlich nicht allzu viel mit der Realität und Lebenswirklichkeit tatsächlicher Teenies zu tun. Und auch das ein oder andere Klischee (die neue Bekanntschaft nach dem Tapetenwechsel, einzig auf Erfolg gepolte und egoistische Manager etc.) erfüllt der Film mit Hochgenuss. Die Szenen, die Violettas Traumprinzen auf einem Pferd gen Sonnenuntergang reitend zeigen, sind zudem an Pathos und Kitsch nicht zu überbieten.

Dennoch: man muss immer im Auge behalten, für wen dieser Film gemacht wurde. Die Zielgruppe bekommt hier neben ohrwurmtauglichen, melodiösen Pop-Klängen vor allem auch etwas fürs Auge geboten. Und das bezieht sich nicht nur auf die bereits erwähnten, durchweg unverschämt hübsch anzusehenden Protagonisten. Von ebenso erhabener Schönheit und Eleganz sind die sonnendurchfluteten Aufnahmen und prachtvollen Bilder des sizilianischen Dreh- und Handlungsortes. Diese wunderschöne Kulisse sorgt für Abwechslung vom Tournee-Studio-Hotel-Einheitsbrei eines Popstars und entwickelt seinen ganz eigenen Charme. Daneben gibt es ein ebenso malerisches wie abgeschiedenes sizilianisches Dorf, in dem Tini wieder neuen Lebensluft schöpft, aufwendige Tanz-Einlagen sowie körperbetonte Choreografien am Strand und natürlich das emotionale Chaos eines Teenagers, der sich seiner Gefühle nicht klar ist. Leicht verdaulich das alles aber durchaus nicht ohne Charme.

Fazit: Trotz einer gehörigen Portion Kitsch und Pathos sowie einer Glitzer- und Glamour-Welt, die sich nur bedingt als Identifikationsfläche eignet, überzeugt "Tini" als kurzweiliges, romantisches Pop-Märchen für die Kernzielgruppe der Teenie-Mädchen. Den poppig-melodiösen Ohrwürmern und der erhabenen Naturkulisse sei Dank.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.