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Kritik: Family Business (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ohne günstige Arbeitskräfte aus dem Ausland wäre die Altenpflege in Deutschland nicht mehr zu bewältigen. Christiane Büchner nimmt diese Situation als Ausgangspunkt und begleitet zwei Familien – eine deutsche und eine polnische –, die davon betroffen sind. Doch obwohl "Family Business" brandaktuelle Themen wie die Überalterung der Gesellschaft, Heimat und Fremde, den europäischen Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme behandelt, erzählt er am Ende zu wenig.

Das liegt vor allem an der strengen Form. Die Regisseurin konzentriert sich ganz auf ihre beiden Protagonistinnen. Nur selten stellt Büchner Fragen aus dem Off. Den Großteils ihres Dokumentarfilms ist die Kamera stiller Begleiter. Doch Annes und Jowitas Familien, deren Meinungen und Beweggründe bleiben (zu sehr) außen vor. Dass Anne erst seit kurzem verwitwet ist, erfährt das Publikum nur aus dem Presseheft. Ebenso bleibt unbeantwortet, welche emotionalen und finanziellen Beweggründe Annes Töchter antreiben.

Das wöge alles nicht so schwer, wenn die beiden Protagonistinnen etwas gesprächiger wären. Doch die 88-jährige Anne, deren Geist im Verlauf des Films zusehends abbaut, kann sich nicht (mehr) zu ihrer Gefühlswelt äußern, die verschlossene Jowita will nicht recht. Dadurch kratzt "Family Business" letztlich nur an der Oberfläche eines gesellschaftlichen Problems und vermag es nie ganz, sein Publikum abzuholen.

Fazit: "Family Business" begleitet eine deutsche und eine polnische Familie, die die Altenpflege zusammenbringt. Die "Spur der Ökonomie" wird jedoch im Presseheft mehr behauptet, als der Film ihr tatsächlich folgt. Auch hat man schon deutlich aufschlussreichere und emotionalere Filme zu diesem Thema gesehen. Letztlich bohrt "Family Business" zu wenig nach, um sich in den Köpfen der Zuschauer festzusetzen.




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