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A 60 km/h (2014)

Von Uruguay um die Welt: Der Dokumentarfilm "A 60 km/h" zeigt einen Vater und seine zwei Söhne auf ihrer Reise um den Globus.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Nach seiner Scheidung fällt Mario Sabah in ein tiefes Loch. Um wieder herauszukommen, erfüllt er sich einen lang gehegten Traum. Gemeinsam mit seinen Söhnen Matías und Ismael geht er auf Weltreise. Am 1. März 2007 starten die drei in Montevideo. Als Transportmittel dient ihnen ein alter Citroën Méhari, ein Freizeitwagen ohne festes Verdeck mit zwei Zylindern und nur 38 Pferdestärken. Das Reisetempo ist dementsprechend gemächlich. Mehr als die titelgebenden 60 Kilometer pro Stunde sind mit der Klapperkiste nicht drin.

Matías und Ismael halten nicht lange durch. In Europa kommt Mario allein an. Erst in Italien stoßen die Söhne wieder zu ihrem Vater, der zu diesem Zeitpunkt längst pleite ist. Auch das mitgebrachte Geld hält nicht allzu lang. Mit prominenter Unterstützung, dem Rückhalt uruguayischer Auswanderer und Aushilfsjobs halten sich die Reisenden über Wasser, schaffen es schließlich bis zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, um ihrem Nationalteam zuzujubeln. Einer der drei trifft unterwegs gar die große Liebe. Nach vier Jahren, sechs Kontinenten, 45 Ländern und mehr als 125.000 zurückgelegten Kilometern kommen sie wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise an.

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Wie viele Abenteuer beginnt "A 60 km/h" mit einer fixen Idee. Mario Sabah hat sie während eines Wochenendausflugs mit seinen jugendlichen Söhnen, als die drei mit ihrem fahrbaren Untersatz einen Fluss überqueren. Wenn die Klapperkiste das schafft, dann packt sie auch eine Weltreise, ist Marios Gedanke. Als er die fixe Idee schließlich in die Tat umsetzt, sind seine Söhne längst erwachsen. Von den Ausflügen mit the mighty, dem Mächtigen, wie Familie Sabah ihr Gefährt ironisch nennt, zeugen nur noch alte Fotos. Die Geschichte dazu erinnert Mario – wie so vieles in diesem Film – erst in der Rückschau.

"A 60 km/h" ist kein klassischer Dokumentarfilm, der seine Protagonisten bereits während ihrer Reise begleitet. Regisseur Facundo Marguery hat alle Beteiligten erst hinterher zum Interview gebeten. Zwar haben Mario und seine Söhne die Stationen ihres weltumspannenden Trips auch in bewegten Bildern festgehalten. Über die von Urlaubsvideos gewohnten Impressionen, verwackelte Aufnahmen aus dem fahrenden Wagen und kurze in die Kamera gesprochene Statements, reicht das aber nicht hinaus. Der Kontakt mit den Menschen vor Ort fehlt beinahe ganz. Und natürlich unterscheiden sich Format und Qualität der hauptsächlich von Matías gedrehten Aufnahmen gravierend von den nach der Reise erstellten Gesprächen.

Sehenswert ist das dennoch. Mit Popsongs aufgepeppt, ist dieser Dokumentarfilm so tiefenentspannt wie das gemächliche Reisetempo, das "A 60 km/h" bereits im Titel trägt. Marguery ist eine dokumentarische Ode an den Zusammenhalt gelungen. Bei allem Zwist, der zwischen den Familienmitgliedern auf engstem Raum immer wieder aufkommt, bewältigen sie die Strapazen letztlich nur gemeinsam, finden unterwegs wieder zueinander, zu sich selbst oder gar die große Liebe. Das macht Mut, die eigenen Träume allen Widerständen und Bedenken zum Trotz einfach anzugehen, und weckt die Lust, selbst auf Reisen zu gehen.

Fazit: Facundo Marguerys Dokumentarfilm über den globalen Trip dreier Uruguayer bietet kurzweilige Unterhaltung und ist ebenso locker leicht wie deren gemächliche Reisegeschwindigkeit. Trotz formaler Schwächen macht "A 60 km/h" Lust, selbst die Koffer zu packen und alles hinter sich zu lassen.




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Land: Uruguay
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Kinostart: 19.11.2016
Regie: Facundo Marguery
Verleih: Cine Global Filmverleih

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