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Als wir die Zukunft waren (2015)

Dokumentation über sieben Filmemacher, die ihre Kindheit und Jugend im sozialistischen System der DDR verbracht haben, als sie im Arbeiter- und Bauernstaat selber "die Zukunft waren".Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Sieben Filmemacher und Filmautoren der ehemaligen DDR, die in dem sozialistischen Staat in den 50er- und 60er-Jahren aufgewachsen sind, stehen im Zentrum der Doku "Als wir die Zukunft waren". In sieben sehr persönlichen Episoden gewähren die Regisseure Lars Barthel, Andreas Voigt, Peter Kahane, Ralf Marschallek, Thomas Knauf, Hannes Schönemann, sowie die Regisseurin Gabriele Denecke intime Einblicke in eine Zeit, als sie als die Zukunft des Sozialismus galten. Mit Hilfe alter Fotos, Filmschnipsel und Erinnerungen, kehren sie zurück in eine über 50 Jahre zurückliegende Vergangenheit. Unter einer scheinbar harmlosen, eher oberflächlichen Schicht aus Alltagserinnerungen, kommen heitere aber auch traurige und schlimme Erlebnisse an die Oberfläche.

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Die sieben Filmemacher und die eine Regisseurin, die hier porträtiert werden, gehörten zu den führenden Regisseuren der ehemaligen DDR und galten – wie alle Kinder des "zweiten deutschen Staates" – vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Krieg als die große Zukunft dieses noch jungen Landes und politischen Systems. Zu den Regisseuren, die hier einen Einblick in das Aufwachsen zwischen Mauer, Bespitzelung, linientreuen Eltern und Aufbegehren gewähren, zählen u.a. Andreas Voigt und Peter Kahane. Kahanes DEFA-Filme beschreiben wie nur wenige andere Werke glaubhaft und glaubwürdig die Lebenswirklichkeit DDR-Jugendlicher in den 80er-Jahren. Grimme-Preisträger Voigt zählt bis heute zu den führenden Dokufilmern Deutschlands. Seine "Leipzig"-Filmreihe schildert über knapp 30 Jahre hinweg Schicksale Leipziger Bürger und ist ein bewegendes Dokument jener Umbruchsjahre. Ebenso wie die anderen fünf Regisseure erzählen sie "sieben Geschichten aus einem verschwundenen Land".

Alle Porträtieren treffen sich an einem großen Tisch zum Gespräch und gemeinsamen Schwelgen in Erinnerungen. Gebannt und interessiert lauscht man ihren spannenden Anekdoten und Berichten. Es sind nachdenklich stimmende, teils heute kaum mehr nachvollziehbare Vorkommnisse, die sich in deren Leben abgespielt haben. Die Filmemacher berichten u.a. von Besuchen in sozialistischen Brüderländern wie Polen, einem selbst und auf eigene Gefahr hin organisierten Erwerb von West-Kaugummi an einem Kiosk, ersten Stasi-Bespitzelungen und davon dass man dachte, "der Sozialismus könnte in den 50er-Jahren eine echte Alternative sein", wie Gabriele Denecke es in einer Szene des Films formuliert.

Das Besondere an dem Film ist dabei aber nicht das Berichtete der Protagonisten. Ähnliche Schilderungen von DDR-Kindern und –Jugendlichen kennt man aus anderen Dokumentationen. Es ist vielmehr die kunstvolle Implementierung von animierten Sequenzen und Trickszenen, die das Erzählte in eine verspielte, kindliche Form bringen. Zudem sorgen die nostalgisch anmutenden, ungemein antiquiert wirkenden Original-Aufnahmen aus den ersten Jahrzehnten der DDR wie Zeitdokumente aus einer regelrechten Parallelwelt, die Lichtjahre entfernt scheint.

Das einzige nennenswerte Problem des Films ist, dass die Anzahl der Porträtierten und damit auch die beschriebenen Erinnerungen und Ereignisse zu mächtig sind. Weniger – z.B. ein Beschränken auf nur drei oder vier Filmemacher – wäre hier mehr damit und wohl die klügere Wahl gewesen. So wirkt vieles doch recht aneinandergereiht, lediglich kurz angerissen und schablonenhaft und dort, wo es spannend und packend wird, hätte man bei weniger Personen verstärkt in die Tiefe gehen können. Somit bleibt am Ende eine gute aber keine sehr gute Dokumentation.

Fazit: "Als wir die Zukunft waren" ist eine spannende Reise zurück in eine antiquiert und unwirklich wirkende Zeit der ersten DDR-Jahrzehnte, die der Film mit kunstvoll eingewobenen und verspielten Animationen greifbar macht und auf verspielte Art und Weise anreichert. Eine Beschränkung bzw. Konzentration auf weniger Porträtierte wäre aufgrund der Vielzahl an Einzelschicksalen und Anekdoten dennoch ratsam gewesen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2015
Genre: Dokumentation
Länge: 87 Minuten
Kinostart: 25.02.2016
Regie: Lars Barthel, Gabriele Denecke, Peter Kahane, Thomas Knauf, Ralf Marschalleck
Verleih: missingFilms

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