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Power to Change   Die EnergieRebellion
Power to Change Die EnergieRebellion
© Neue Visionen

Kritik: Power to Change - Die EnergieRebellion (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach seinem erfolgreichen Dokumentarfilm "Die 4. Revolution – Energy Autonomy" aus dem Jahr 2010 widmet der Regisseur Carl-A. Fechner auch seinen zweiten Kinofilm dem Thema erneuerbare Energien. Er zeigt anhand vieler Einzelbeispiele, von denen sich einige noch im Entwicklungsstadium befinden, auf, dass die Umstellung der Energieversorgung auf dezentrale, ökologische Modelle möglich ist. Bei der Stromversorgung ist das vielen deutschen Kommunen bereits gelungen. Komplizierter wird es dagegen bei der Wärmeerzeugung und dem Verkehr. Hier sind innovative Technologien ebenso gefragt wie die Bereitschaft des einzelnen zur Energieeinsparung.

Die bunte Zusammenschau verschiedener Alternativprojekte entspricht dem filmischen Plädoyer für einen Umbau des Energiesektors weg von den Großkonzernen hin zur dezentralen Erzeugung. Wie Valentin Thurns "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?", der sich alternativen Nahrungsmittel-Produktionen widmete, ergreift auch dieser Film, der im übrigen ohne Filmförderung und Senderbeteiligung entstand, mit seiner informativen Gesamtschau Partei für einen ökologisch und demokratisch ausgerichteten Strukturwandel.

Viele der gezeigten Alternativbeispiele aus Deutschland, von der Pelletieranlage über die Passivhaussiedlung bis zu neuen Speichertechnologien wirken sowohl im einzelnen, als auch in der Summe interessant und anregend. Sie bieten dem Laien wertvolle Anhaltspunkte, um sich auf eigene Faust weiter zu informieren. Auch stört die Parteinahme des Filmemachers nicht. Was jedoch negativ ins Gewicht fällt, ist das wiederholte Fehlen vertiefender Erläuterungen. Es gehört einfach nicht zum Konzept dieser breiten thematischen Streuung, die unter anderem auch die Verringerung des CO2-Ausstoßes im Bausektor einschließt. Ein Nebenstrang widmet sich sogar der Situation in der Ukraine und dem angeblichen Zusammenhang zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen und den Brennstoffvorkommen. Das hat allerdings mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun, außer dass vielleicht indirekt auch vor einer Abhängigkeit des deutschen Verbrauchers von russischem Gas gewarnt werden soll. Außerdem sind nicht alle Gesprächspartner und Experten wirklich aussagekräftig. Der an sich empfehlenswerte Film weist also insgesamt auch einige Schwachstellen auf – wie das bei Herzensprojekten, die sich Eigenwilligkeit erlauben, nicht selten der Fall ist.

Fazit: Der engagierte und Partei ergreifende Dokumentarfilm von Carl-A. Fechner bietet eine interessante Fülle von Informationen zum Thema dezentrale Versorgung mit erneuerbarer Energie. Zur breiten thematischen Streuung über die Bereiche Strom, Heizung und Verkehr kommt noch eine Exkursion in die vom Krieg gezeichnete Ostukraine hinzu, welche vor allem belegt, dass Fechner den Stoff nicht immer sinnvoll einzugrenzen vermag.




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