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Frühstück bei Monsieur Henri
Frühstück bei Monsieur Henri
© Neue Visionen

Kritik: Frühstück bei Monsieur Henri (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Ein alter Griesgram, der niemals den Tod seiner Ehefrau überwunden hat, und eine hübsche, lebenslustige Studentin bilden das ungleiche Protagonistenpaar in dieser Komödie von Ivan Calbérac. Und so plakativ die Figurenzeichnung auf vermeintliche Gegensätze setzt, als so vorhersehbar und formelhaft erweist sich der ganze Film, der auf einem ebenfalls von Calberác stammenden Bühnenstück beruht.

So bedient sich "Frühstück bei Monsieur Henri" inhaltlich wenig wagemutig beim Erfolgsrezept der allseits bekannten französischen Mainstream-Komödien, die wie etwa "Ziemlich beste Freunde" (2011) Humor und Drama vermischen und stark vom Boulevardtheater geprägt sind. Calbéracs Inszenierung bleibt dementsprechend recht unauffällig und setzt kaum Akzente, die an großes Kino denken lassen.

Für Höhepunkte sorgen allerdings die Hauptdarsteller: Claude Brasseur ("Die Außenseiterbande", 1964) ist nach einer Dekade wieder einmal auf deutschen Leinwänden zu sehen und verkörpert den grimmigen Witwer, unter dessen harter Schale selbstverständlich ein weicher Kern zu finden ist, mit einnehmendem Charme. An seiner Seite spielt die Schweizerin Noémie Schmidt kraftvoll auf und macht aus der Musikerin Constance sicherlich die interessanteste sowie facettenreichste Figur der Geschichte.

Man hätte den guten Schauspielern ein stärkeres Drehbuch gewünscht, das sich nicht so oft in rührseligen Klischees oder im Kalauer verliert. Besonders bedauernswert ist in diesem Zusammenhang, dass Calbérac wenig zu seinen Nebenfiguren einfällt: Guillaime de Tonquédec ("Der Vorname", 2012) bleibt eintönig, während das komödiantische Talent von Frédérique Bel ("Monsieur Claude und seine Töchter", 2014) in Form der lahmen Witzfigur Valérie verschwendet wird.

Fazit: Ivan Calbérac inszeniert seinen boulevardesken Film nach dem bekannten Erfolgsrezept der französischen Mainstream-Komödie. Die Mischung aus Humor und leisem Drama bleibt dabei vorhersehbar sowie unauffällig, lediglich die starken Hauptdarsteller sorgen für einige charmante Höhepunkte.





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