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Mittwoch 04:45 (2015)

Tetarti 04:45

In seinem Thriller inszeniert Regisseur Alexis Alexiou Athen als düstere Neo-Noir-Metropole voller zwielichtiger Gestalten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Stelios' Traum von einem eigenen kleinen Jazzclub mitten in Athen ist wahr geworden. Dass Publikum und Gewinne ausbleiben, scheint den unbedarften Mann dabei nicht wirklich zu stören, solange er auf seiner Bühne Nachwuchstalente sowie seine musikalischen Helden auftreten lassen kann. Doch der Clubbesitzer vernachlässigt für seinen Lebenstraum nicht nur seine Familie, sondern macht zudem auch noch Geschäfte mit zwielichtigen Gestalten. Als Stelios schließlich aufgrund fehlender Einnahmen seine Schulden nicht mehr begleichen kann, lernt er seine ehemals so großzügigen Geldgeber, der von allen nur "der Rumäne" genannt wird, von einer anderen Seite kennen. Kurz vor Weihnachten bleiben Stelios so nur wenige Stunden Zeit, um mehrere hunderttausend Euro aufzutreiben, um sein Leben zu retten, und gleichzeitig seinen Pflichten als Familienvater nachzukommen.

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In beeindruckenden Bildern führt der Regisseur und Drehbuchautor Alexis Alexiou in seinen düsteren filmischen Kosmos ein: Dauerregen, grelles Neonlicht und dunkle, unheilvoll in die Höhe ragende Hochhäuser prägen die ersten Minuten von "Mittwoch 04:45" und erinnern verblüffend an das Werk David Finchers. Doch allein bei dieser Assoziation soll es Alexiou nicht belassen, denn sein Thriller wandelt munter auf den Pfaden vieler großer Vorbilder und versteckt dabei seine Referenzen nicht in subtilen Details, sondern stellt sie geradezu plakativ aus.

Während die episodische Struktur, die lakonischen Dialoge sowie der dem grimmigen Ton entgegengesetzte Soundtrack aus melancholischen Balladen als Verneigung vor Quentin Tarantino gelten dürfen, ist die Story stark vom Hongkong-Kino beeinflusst: Schicksalhafte Begegnungen und eine mitunter opereske Dramatik bestimmen den Plot, visuell lehnt sich Bildgestalter Christos Karamanis dabei passenderweise immer wieder an Michael Manns rauschartige Exzesse an, ohne allerdings deren Wucht oder Stilbewusstsein zu erreichen.

Überhaupt gelingt es Alexiou zu keinem Zeitpunkt an die Klasse seiner einflussreichen Kollegen heranzureichen und seiner stimmungsvollen, aber wenig aufregenden Hommage die nötige Eigenwilligkeit zu verleihen. Der Bezug auf die griechische Finanzkrise etwa bleibt viel zu oberflächlich und so sorgt allein der faszinierende Hauptdarsteller Stelios Mainas für etwas Distinktion: Mainas spielt einen Mann, bei dem liebenswürdige Unbedarftheit und kalte Egozentrik nahtlos ineinander übergehen, und bildet das irritierende Zentrum dieses bisweilen allzu klischeelastigen Films.

Ein schlechter Film ist "Mittwoch 04:45" bei aller Kritik aber keineswegs, neben Mainas' Performance können vor allem einige atemberaubend schön fotografierte Szenen überzeugen. Doch ebenso wie die dichte Atmosphäre wirken sie teilweise verschwendet in der schieren Überfülle an Referenzen, Figuren, Motiven und Effekten. Ein konzentriertes Drehbuch sowie ein klarere Vision der Regie hätten hier sicherlich gut getan.

Fazit: Alexis Alexious großartig fotografierter Thriller ist übervoll an Referenzen und Effekten. Leider mangelt es an originellen Einfällen sowie einem eigenen Stil, lediglich der Hauptdarsteller Stelios Mainas vermag mit seinem irritierenden Spiel aus dem klischeehaften Neo-Noir-Drama hervorzustechen.




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Land: Griechenland
Jahr: 2015
Genre: Action, Thriller
Länge: 116 Minuten
Kinostart: 04.02.2016
Regie: Alexis Alexiou
Darsteller: Adam Bousdoukos als The Driver, Mimi Branescu als The Romanian, Christina Dendrinou als The Mistress
Verleih: Neue Visionen

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