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Kritik: Käptn Sharky (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mehr als 3,7 Millionen verkaufte Kinderbücher und zahlreiche Hörbücher bezeugen die Beliebtheit der Geschichten mit dem kleinen, rundlichen Piraten Käpt‘n Sharky. Nun bekommt der freche Junge, der sich selbst für den Schrecken der sieben Weltmeere hält, sein erstes Kinoabenteuer. Die Regisseure Hubert Weiland ("Der kleine Drache Kokosnuss") und Jan Stoltz haben einen munteren, farbenfrohen Animationsfilm inszeniert, der Witz und Spannung überzeugend kombiniert.

Die Handlung ist in einer vergangenen Epoche der Segelschiffe, der Garnisonsstädte und der Dreispitz-Hüte angesiedelt. Auch Käpt‘n Sharky hat eine solche, stilgerecht mit einem kleinen Hai verzierte Kopfbedeckung und einen roten Armeerock, wie ihn auch die Marinesoldaten des Admirals tragen. Allerdings ist der pummelige Kinderpirat barfüßig. Seine gute Laune trübt sich nur ein, wenn ihn der Alte Bill und seine Piraten nicht als ebenbürtig anerkennen, sondern auslachen. Axel Prahl leiht dem Piraten Alter Bill die Stimme und lässt ihn dadurch gleich weniger unsympathisch wirken.

Interessant ist an der Figurenkonstellation, dass der aufmüpfige Kinderpirat nicht durchgehend das Sagen in seiner Truppe hat. Bonnie nimmt schon mal selbst das Zepter in die Hand und auch der blonde Michi verlangt Gehör. Michi ist als ängstlicher, braver Junge das Gegenteil von Käpt‘n Sharky, besitzt dabei aber Glaubwürdigkeit, denn er steht der kindlichen Alltagsrealität im Grunde näher als der fidele Pirat, der ständig über die Stränge schlägt.

Die Verfolgungsjagd auf See und zu Land gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Die tierischen Helfer betonen die fröhliche Stimmung. Das Tempo und der Tonfall wirken jedoch nie überdreht, sondern bleiben kindgerecht verspielt. Die visuelle Gestaltung überzeugt rundum mit ihren satten Farben und der attraktiven, malerischen Insellandschaft, die die Piraten unsicher machen. Die naive Grundstimmung spiegelt sich auch in der Animation des Wassers, das mit seinen Wellen manchmal ein wenig an eine Stoffbahn erinnert, die sich über einem Luftstrom wölbt. Dieses Piratenabenteuer bereitet unbeschwertes Kinovergnügen, das sogar im Gegensatz zu vielen anderen Kinderfilmen ohne penetrant vorgetragene pädagogische Botschaft auskommt.

Fazit: Das erste Kinoabenteuer der beliebten Kinderbuchfigur Käpt‘n Sharky bereitet als farbenfrohe Animation unbeschwertes Vergnügen. Vor einer reizvollen Inselkulisse liefern sich der kleine Pirat, zwei junge Passagiere und die aus Tieren bestehende Crew eine spannende Jagd auf See mit erwachsenen Verfolgern. Die Kinderfiguren bilden ein sympathisches Team und das witzige Geschehen erweist sich als ideenreich, ohne überdreht zu wirken. Die erzählerische Atmosphäre überzeugt, weil sie gekonnt Korsaren-Nostalgie und kindgerechte Fantasie verbindet.







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