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The Music of Strangers: Yo-Yo Ma and the Silk Road Ensemble
The Music of Strangers: Yo-Yo Ma and the Silk Road Ensemble
© NFP marketing & distribution

Kritik: The Music of Strangers: Yo-Yo Ma and the Silk Road Ensemble (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Filmemacher und Produzent Morgan Neville ist mit Musik-Dokumentationen vertraut: für seine 2013er-Dokumentation "20 Feet of Stardom" – über Backgroundsänger, die im Schatten erfolgreicher Musiker stehen – erhielt der Kalifornier den Oscar für die beste Dokumentation. Davor arbeitete er bereits an anderen Musik-Filmen, u.a. über die Beach Boys, Iggy Pop und Johnny Cash. Ausgangspunkt für "The music of strangers" ist das bewegte, ereignisreiche Leben des US-Amerikaners Yo-Yo Ma, dessen 50 Alben bis heute mit 15 Grammys prämiert wurden. Ma veröffentlichte auch Alben mit anderen Künstlern, etwa mit Bobby McFerrin, sowie Werke, die ausschließlich Tango-Stücke andere Musiker enthalten.

Das Rückgrat des Films bilden die Musiker und ihre individuellen Lebensgeschichten, die Neville in Form packender, jahrzehntealter Archiv- und Originalaufnahmen nachzeichnet. Zu sehen gibt es u.a. Bilder der chinesischen Pipa-Spielerin Wu Man oder der spanischen Gaia-Meisterin Cristina Pato, die 1998 das erste Solo-Album einer Frau mit diesem Instrument veröffentlichte. Diese Aufnahmen machen unmissverständlich klar, welch herausragendes musikalisches Talent bereits in frühester Kindheit in den Mitgliedern des "Silk Road Ensembles" steckte. Besonders beeindruckend: ein Auftritt von Ma im amerikanischen TV zu Beginn der 60er-Jahre, bei dem er seine Mozart-ähnlichen Wunderkind-Fähigkeiten am Cello präsentiert. Im Publikum: der damalige US-Präsident Kennedy.

Stark sind auch die Szenen der Live-Auftritte des Ensembles, die Neville in veredelten, chromglänzenden Hochglanz-Bildern und mit Hilfe rasanter Kamerafahrten einfängt. Der Film bietet zwar alles in allem aufschlussreiche Einblicke in die unterschiedlichen ethnischen "Backgrounds" der Künstler, aber sein Problem: die dadurch entstehende Themen- und Personenvielfalt. Zu viele Aspekte und historische – mit den Biographien der Musiker verknüpfte – Ereignisse kommen aufs thematische Tableau: von der der Armut in der spanischen Gemeinschaft Galicien, dem syrischen Bürgerkrieg, der chinesischen Kulturrevolution unter Mao bis hin zur islamischen Revolution im Iran. Hier wirkt der Film etwas überladen und zu sprunghaft.

Fazit: Der Film überzeugt mit emotionalen, packenden Musik-Szenen und vielen seltenen Privataufnahmen der Künstler. Längst spielt hier nicht nur Musik eine wichtige Rolle, sondern auch die kulturellen Identitäten der Mitglieder sowie ihre Traditionen. Doch diese Vielfalt ist zugleich das größte Problem von "The Music of strangers": die hohe Zahl der Personen und Themen, lassen ihn überfrachtet und überladen erscheinen.





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