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Michael Moore - Where to invade next
Michael Moore - Where to invade next
© Falcom Media Group © Die FILMAgentinnen

Kritik: Michael Moore - Where to invade next (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das US-Enfant terrible Michael Moore (Oscar für "Bowling for Columbine" und Goldene Palme für "Fahrenheit 9/11") ist zurück: Übergewichtig, schlecht gekleidet und großkotzig tritt der Dokumentarfilmer erneut an, um zu zeigen, wie abgrundtief schlecht es in seiner Heimat um so vieles steht. Diesmal macht er sich gar nicht erst die Mühe seine einseitigen und holzschnittartigen Beobachtungen als seriöse Erkenntnisse zu verkaufen, sondern startet seinen Film mit einem wahnwitzigen Auftakt im Monty-Python-Stil. Schon der Titel "Where to Invade Next" ist die reinste Farce. Denn auch wenn Moore angeblich per Flugzeugträger ins alte Europa reist und dort als scheinbar glühender Patriot immer schön die US-Flagge schwingt, präsentiert er sich dort nicht als forscher arroganter Ami, sondern als ein großes staunendes Kind. Er sieht, dass die alte Welt ein Märchenland ist, in dem alle Menschen vor Freude wie auf Wolken wandeln und wo selbst Dinge, die sich ein Ami nicht einmal im Traume zu wünschen wagen würde, längst Realität geworden sind.

Somit dient die EU als eine Negativfolie für die USA, welche in diesem Falle mehr, als positiv ist. Das Ergebnis wirkt fast wie ein lustiger Spot, mit dem die EU US-Bürger in die alte Welt locken will. Als Europäer ist dies eine äußerst vergnügliche Angelegenheit. Während die Europäische Union in den hiesigen Nachrichten von einer heftigen Krise nach der anderen geschüttelt wird, zeigt Moore, was hier bereits alles Großartiges erreicht worden ist. Der hiesige Zuschauer ist sich selbstverständlich ebenfalls darüber im Klaren, dass Moore sich sämtlichen in den von ihn besuchten Ländern herrschenden Problemen gegenüber komplett blind zeigt. Auntie Kate aus Wisconsin dürfte es da jedoch ein wenig anders gehen. Doch auch sie bekommt am Ende schön den Popo gepudert mit dem Hinweis, dass viele der tollen Errungenschaften in der alten Welt, ursprünglich in Gottes eigenem Lande erstmals erdacht wurden. Dies soll Auntie Kate gegönnt sein.

Fazit: "Where to Invade Next" entpuppt sich recht schnell als eine Art Werbespot für die paradiesischen Zustände in der EU. Entsprechend unterhaltsam ist der Film und entsprechend hoch ist dessen Wohlfühlfaktor bei minimalem Informationsgehalt.




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