VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Liebmann (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Eine Inhaltsangabe zu Jules Herrmanns Kinodebüt "Liebmann" muss wohl zwangsweise kryptisch anmuten. Denn die Regisseurin und Drehbuchautorin hat ihr mysteriöses Drama auf Grundlage weniger Seiten Drehbuchskizzen improvisiert und setzt eher auf eine dichte Stimmung als auf eine konsequent erzählte Geschichte.

Dass sich dieser ungezwungene künstlerische Ansatz auszahlt, zeigt sich vor allem, wenn man "Liebmann" als ein Nebeneinander von Szenen und Einfällen versteht und nicht als fortlaufende Enthüllung. Herrmann löst gegen Ende zwar das große Rätsel ihres schweigsamen Protagonisten, der große Reiz ihres Erstlings besteht aber vielmehr darin, sich im Durcheinander von Stilen und visuellen Ideen treiben zu lassen.

Dass das Drama dabei nicht in seine Einzelteile zerfällt, ist in erster Linie dem Hauptdarsteller Godehard Giese ("Im Sommer wohnt er unten", 2015) zu verdanken. Mit seiner geradezu stoischen Performance bildet Giese das beunruhigend ruhige Zentrum dieses munter zwischen Sozialdrama, Kunstperformance, Thriller und sommerlichem Liebesfilm schwankenden Werks. Man darf also durchaus gespannt sein, was da in Zukunft noch von Jules Herrmann zu erwarten ist.

Fazit: Jules Herrmanns Kinodebüt bietet ein ebenso irritierendes wie faszinierendes Nebeneinander von Stilen, Genres und Einfällen. Zusammengehalten wird "Liebmann" dabei von der beunruhigend ruhigen Performance des Hauptdarstellers Godehard Giese. Die Story an sich mag zwar mit ihrer Auflösung enttäuschen, die dichte Atmosphäre sowie Herrmanns Wagemut überzeugen dafür umso mehr.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.