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Projekt A - Eine Reise zu anarchistischen Projekten...uropa
Projekt A - Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Projekt A - Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass "Projekt A" ein Film mit Haltung ist, der nicht nur beobachten, sondern an seine Zuschauer appellieren will, wird gleich zu Beginn deutlich. Anhand einer wahren Mauer aus bedrückenden, düsteren Nachrichtenbildern stellen die Filmemacher klar, wie es um unsere Welt bestellt ist: Überall auf dem Globus herrschen blutige Konflikte, die Umweltverschmutzung nimmt immer drastischere Ausmaße an und die etablierte Politik scheint keine Lösungen für all die drängenden Probleme unserer Zeit zu bieten. Als Alternative zum Status quo porträtieren die Regisseure Marcel Seehuber und Moritz Springer daher einige über ganz Europa verstreute anarchistische Organisationen und ihre jeweiligen Projekte.

Dabei richtet sich der Dokumentarfilm vor allem an ein jugendliches Publikum: Die Songs "Smash It Up" von The (International) Noise Conspiracy und "Deine Schuld" von der Band Die Ärzte umklammern den Film musikalisch mit schwungvollem Rock'n'Roll und eingängigen Texten, während ein junger Sprecher aus dem Off die Grundzüge des Anarchismus erläutert. Die Inhalte sind stets leicht verständlich aufgearbeitet – per Diagramm wird etwa der Anarchosyndikalismus in wenigen Sätzen erklärt – ,wirklich tief dringt "Projekt A" allerdings nie in seine Materie vor.

So wirkt die Dokumentation wie eine lose Ansammlung von schweifenden Blicken über die anarchistische Szene Europas: Die Macher begleiten für ein paar Szenen die bekannte Aktivistin Hanna Poddig, besuchen dann eine solidarische Erntegemeinschaft sowie einen Schweizer Kongress, um im Anschluss ein wenig die anarchistische Vergangenheit Barcelonas zu beleuchten. Spannende oder gar kritische Fragen stellt "Projekt A" bei seinem ziellos anmutenden Streifzug zu keinem Zeitpunkt und leider verknüpfen sich die einzelnen Episoden auch nicht zu mehr als der Summe ihrer Teile. Zuschauern, die sich bisher noch nicht mit dem Anarchismus auseinandergesetzt haben, dürfte der Film dennoch einige Denkanstöße bieten und eventuell dazu anregen, sich dem komplexen Thema anderweitig zu widmen.

Fazit: Die sich an ein jugendliches Publikum richtende Dokumentation von Marcel Seehuber und Moritz Springer bietet leider nur recht oberflächliche und vollkommen unkritische Einblicke in das Phänomen Anarchismus. Sicherlich vermag "Projekt A" zu Denkanstößen anzuregen, aber die einzelnen Szenen und Episoden des Films fügen sich nicht zu einem sinnvollen Ganzen.





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