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Kritik: Junction 48 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Junction 48" vom amerikanisch-israelischen Filmemacher Udi Aloni entstand in enger Zusammenarbeit mit seinem Star, dem Rapper Tamer Nafar. Dieser nat nämlich am Drehbuch mitgeschrieben und konnte hierbei ganz persönliche Erfahrungen verarbeiten: Denn Nafar gilt zusammen mit seiner Band DAM als einer der Pioniere des palästinensischen Hiphop und sorgt mit seinen provokanten Texten über die konfliktreiche Lage im Nahe Osten immer wieder für Kontroversen.

Mit einem erfolgreichen Musiker in der Hauptrolle versteht es sich fast von selbst, dass der Soundtrack stark in die Handlung eingebunden wird und sicherlich einen der Höhepunkte von "Junction 48" darstellt. Aber auch sonst kann das rasant inszenierte Drama überzeugen und bietet neben durchgehend guten Darstellern viele ergreifende Momente. Mal unterhält Aloni durch beschwingten Witz, dann wieder nähert der Regisseur sich mit spannungsgeladenen Momenten einem actionreichen Krimi.

Dass die Story etwas überladen wirkt und viele Konflikte daher nur oberflächlich thematisiert werden, ist allerdings ebenso bedauerlich wie die Darstellung jüdischer Israelis im Film. Diese werden nämlich recht einseitig als Bösewichte dargestellt und sind als Figuren bei weitem nicht so ausgereift wie die palästinensischen Protagonisten.

Als Film über die Zerrissenheit einer jungen Generation von Palästinensern erweist sich "Junction 48" jedoch als treffend. Der rappende Held bewegt sich in einem von Politik, Religion und Kultur geprägten Spannungsfeld und steht dabei mitunter auf verlorenem Posten. Einfache Antworten gibt dieses Drama nicht, aber es reißt mit seiner Intensität mit in einen Strudel aus Gewalt, Unterdrückung und dem Wunsch nach Freiheit.

Fazit: Udi Alonis Drama erzählt mal mit Humor, dann wieder actiongeladen von einem palästinensischen Hiphopper zwischen allen Fronten. Der Film mag mit seinen vielen Konflikten überladen wirken, aber dennoch fesselt "Juction 48" durch seine rasante Inszenierung sowie seinen Star, den erfolgreichen Rapper Tamer Nafar.




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