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Kritik: Prinzessin Emmy (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Piet de Rycker träumte schon als Zwölfjähriger von einer Karriere beim Zeichentrickfilm. Seinem Kindheitstraum ließ der 1957 geborene Belgier von 1978 bis 1982 ein Studium der Animation in Gent folgen. Ab 1989 arbeitete er in Dublin in den Don Bluth Studios an Filmen wie "Rock a Doodle" (1991) oder "Der Zaubertroll" (1994) mit. In Deutschland ist de Rycker vor allem für seine Zusammenarbeit mit Thilo Rothkirch ("Der kleine Eisbär", "Lauras Stern") bekannt. Nach Rothkirchs Tod 2014 führt de Rycker nun erstmals allein Regie. Dafür hat er sich das Königreich Kandis der kleinen Adligen Emmy aus den Büchern, Zeitschriften und Hörspielen des Egmont Ehapa Verlags ausgesucht.

Von Filmen wie "Rock a Doodle" ist de Ryckers erste Solo-Regie weit entfernt. Wie aus "Der kleine Eisbär" (2001), "Lauras Stern" (2004) und deren Fortsetzungen gewohnt, sind die Animationen simpel, aber solide. Die Prinzessinnenwelt ist quietschbunt und in doppelter Hinsicht reichlich flach. Während das Abenteuer visuell eher an durchschnittliche Fernsehserien denn an großes Kino erinnert, hebt sich auch die Handlung kaum vom Märcheneinheitsbrei ab. Vordergründig gibt sich die Geschichte zwar modern, dreht sich letztlich aber doch (nur) darum, eine gute Prinzessin und ein braves Mädchen zu sein.

Das Drehbuch aus der Feder Sergio Cascis und unter Mitarbeit Sven Duyms hat aber noch ein ganz anderes Problem: Es ist übervoll und unübersichtlich. Fans der Vorlage, die all die unzähligen Figuren und Pferde kennen, finden sich darin vermutlich mühelos zurecht. Wer der mutigen jungen Adligen mit dem großen Herzen zum ersten Mal begegnet, verliert schnell den Überblick – nicht zuletzt, weil Casci und Duym sich immer wieder in unbedeutenden Nebenepisoden verfangen und die Haupthandlung dabei aus dem Blick verlieren.

Fazit: Piet de Ryckers "Prinzessin Emmy" ist ein Animationsfilm, der visuell nicht über Fernsehniveau hinaus kommt und inhaltlich arg an rosaroten Mädchenträumen klebt. Für die Zielgruppe und Fans der Vorlage mag das funktionieren. Auch vermittelt der Film wichtige Werte wie Ehrlichkeit, Mut, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Für Eltern, die ihren Kindern ein vielfältigeres Bild als nur eine heile Märchenwelt vermitteln wollen, gibt es aber bessere Alternativen.




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