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Willkommen im Hotel Mama (2016)

Retour chez ma Mère

Französische Komödie über eine 40-jährige Frau, die aus finanzieller Not wieder bei ihrer Mutter einzieht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Stéphanie (Alexandra Lamy) hatte als Architektin ein gutes Einkommen, doch nun steht die 40-Jährige auf einmal arbeitslos und ohne finanzielle Rücklagen da. Um ihren kleinen Sohn kümmert sich vor allem sein Vater, der eine neue Familie gegründet hat. Stéphanie aber muss zumindest vorübergehend wieder in die elterliche Wohnung in der Provence zurückkehren. Dort lebt die Mutter Jacqueline (Josiane Balasko) seit dem Tod des Vaters allein, Stéphanies erwachsene Geschwister Carole und Nicolas sind schon lange aus dem Haus. Stéphanies verzweifelte Jobsuche gestaltet sich schwierig und die Mutter geht ihr mit ihren zahlreichen Eigenheiten auf die Nerven. Vor allem aber macht ihr die plötzliche Vergesslichkeit der alten Dame Sorgen, die zum Einkaufen gehen will und den Fahrstuhl nach oben nimmt. Was weder Stéphanie, noch ihre Geschwister ahnen: Die Mutter weiß sehr wohl, was sie tut, hatte aber noch nicht den Mut, ihr Geheimnis zu verraten.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Die französische Komödie von Regisseur Éric Lavaine spielt mal rein spaßeshalber eine Situation durch, die manche Menschen in europäischen Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit aus eigener, nicht ganz so lustiger Erfahrung kennen: Da hatte man sich eine eigene Existenz aufgebaut und auf einmal fehlen mit dem Jobverlust oder der Verschuldung die Mittel, um sie fortzuführen. Die eben noch gutsituierte Architektin Stéphanie wehrt sich zu Recht gegen das Vorurteil, arbeitsscheu zu sein und sich die missliche Lage selbst eingebrockt zu haben. Doch selbst die eigene Mutter, bei der sie wieder einzieht, scheint an ihren beruflichen Chancen zu zweifeln. Jedenfalls weckt sie sie jeden Morgen um sechs Uhr, damit sie als erste auf die Stellenanzeigen in der Zeitung antwortet. Stéphanie gefällt diese Bevormundung ebenso wenig wie der Mutter der Wunsch der Tochter, die Heizung in der Wohnung zu drosseln.

Als gäbe es in dieser Wohngemeinschaft von Mutter und Tochter noch nicht genügend Zündstoff, kommen alsbald die eifersüchtigen Geschwister zu Besuch. Da ist der Zwist vorprogrammiert, denn im Elternhaus mutieren Erwachsene offenbar schnell wieder zu Kindern, die um die Liebe der Mutter streiten und kontrollieren, ob sich nicht jemand mehr nimmt, als ihm zusteht. Die Mutter selbst wird auch kritisch beäugt: Hier gestattet sich der Film einige hübsche Seitenhiebe auf die gesellschaftliche Bereitschaft, alten Menschen, die man nicht versteht, sofort eine Verfallserscheinung wie Alzheimer anzudichten. Wäre Jacqueline dement, würde es ihre Kinder weniger überraschen, als dass sie in ihrem Alter noch etwas anderes vorhat, als sie zu bekochen und um den Vater zu trauern. Josiane Balasko spielt die gemütliche weißhaarige Frau jedoch als ebenso herzlich wie lebenslustig. Man sieht ihr dabei gerne zu. Allerdings sind die durchgehend gut besetzten Charaktere nur oberflächlich gezeichnet. Sie haben vor allem die Funktion, die verschiedenen Themen der Geschichte abzuklappern und dabei auch noch witzige Sprüche zu klopfen. Letzteres wirkt eher unbeholfen, weil die Pointen zwar intendiert sind, es der Formulierung aber an Schwung und Treffsicherheit fehlt.

Die altehrwürdige Provinzstadt und die heimelige Atmosphäre in Mutters Wohnung erfreuen Auge und Gemüt gleichermaßen. Aber der schludrige Umgang der Inszenierung mit dem Tempo, das von gemächlich urplötzlich auf "schon erledigt" springen kann, führt zu unbefriedigenden Auflösungen, die den Wohlfühlfaktor einschränken.

Fazit: Die französische Komödie von Regisseur Éric Lavaine entwirft ein reizvoll konflikthaftes Setting mit einer 40-jährigen Frau, die arbeitslos ist und zur Mutter zurückkehrt. Generationenkonflikte, unangemessene Erwartungen und aufflammender Streit zwischen Geschwistern ergeben ein breitgefächertes Themenspektrum, das jedoch für einen oberflächlichen Verlauf sorgt. Dagegen können die guten Darsteller, die auch mit Fehlzündungen beim Dialogwitz zu kämpfen haben, wenig ausrichten.




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Land: Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Länge: 97 Minuten
Kinostart: 11.08.2016
Regie: Eric Lavaine
Darsteller: Josiane Balasko als Jacqueline Mazerin, Alexandra Lamy als Stéphanie Mazerin, Mathilde Seigner als Carole
Verleih: Alamode Film

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