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Hardcore (2016)

Actionfilm, der optisch wie inhaltlich an ein Computerspiel erinnert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Henry ist dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Als er in einem Labor hoch oben über den Wolken erwacht, hat er jegliche Erinnerung verloren. Seine Frau, die Wissenschaftlerin Estelle (Haley Bennett), versorgt Henry mit den nötigsten Informationen und neuen, kybernetischen Gliedmaßen. Dann stürmt auch schon der Bösewicht Akan (Danila Kozlovsky) mit seinen Söldnern das Labor und entführt die Schönheit. Die Jagd nach seiner Angetrauten findet tief unten in einem Moskau der nicht allzu fernen Zukunft statt. Einzig der schräge Jimmy (Sharlto Copley) steht Henry in seinem Einmannfeldzug zur Seite.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Wenn "Hardcore" auf die deutschen Leinwände kracht, eilt ihm bereits ein Ruf voraus. Im vergangenen Jahr mischte Ilya Naishullers Spielfilmdebüt beim Internationalen Film Festival in Toronto das Mitternachtspublikum auf. "Midnight Madness" hieß die Sektion, in der der blutige Streifen zu sehen war. Dorthin passte "Hardcore" wie die Faust aufs Auge, was im Übrigen auch auf den Filmtitel selbst zutrifft. Denn sowohl die Handlung als auch deren Umsetzung sind hammerhart und wahnwitzig.

"Hardcore" fackelt nicht lang. Regisseur Ilya Naishuller wirft seine Hauptfigur gemeinsam mit den Zuschauern unvermittelt ins Geschehen. Da Henry an Gedächtnisschwund leidet, erst nach und nach erfährt, wer er ist und was er tut, ist das Publikum stets auf demselben Wissensstand. Was eigentlich zu einer größeren Identifikation mit dem Protagonisten beitragen soll, unterminiert der technischen Clou des Films. Naishuller hat "Hardcore" komplett mit subjektiver Kamera gedreht, zwingt seinen Zuschauern Henrys Perspektive beständig auf. Durch dessen Augen sprintet, springt und rast das Publikum durch Moskau, prügelt, sticht und schießt sich eineinhalb Stunden lang den Weg frei.

Die visuelle Umsetzung erinnert nicht zufällig an die Ich-Perspektive aus Computerspielen. Auch erzählerisch hangelt sich "Hardcore" an der Narration klassischer Ego-Shooter entlang. Die Geschichte um den verrückten Bösewicht Akan (Danila Kozlovsky) und dessen Armee biotechnisch aufgerüsteter Soldaten ist gewohnt hanebüchen und auf das Nötigste reduziert. Der stets in neuer Verkleidung wiederkehrende Jimmy (Sharlto Copley) dient zwischen all dem ultrabrutalen Gemetzel als kurze komische Entlastung und gibt Henry den nächsten Handlungsstrang vor. Dieses elliptische Erzählen erinnert bewusst an Level. Wie in einem Spiel nimmt auch in "Hardcore" die Anzahl der Gegner, die Größe ihrer Waffen, kurz: der Schwierigkeitsgrad zu, bis im finalen Showdown Akan schließlich als Endgegner wartet.

So spektakulär die Actionszenen aus subjektiver Sicht auch choreografiert und gedreht, so atemberaubend das Tempo, so irrwitzig die Gewaltausbrüche auch sein mögen, "Hardcore" krankt an zu vielen Stellen. Was in erster Linie fehlt, ist eine Metaebene und Ironie. Während das Regieduo Mark Neveldine und Brian Taylor ("Crank", "Crank 2", "Gamer") die Computerspielästhetik ihrer Filme nutzten, um die Wechselwirkung der beiden Medien mal ironisch, mal kritisch zu hinterfragen, baut Naishuller einfach ein Computerspiel mit filmischen Mitteln nach. Noch dazu in einem Film, dessen Inhalt flacher als manches Computerspiel ist. Da die Zuschauer nicht selbst am Controller sitzen, also nur passiv erdulden, was ihnen Naishuller aufzwingt, wird aus der anfänglich faszinierenden Ich-Perspektive allzu schnell eine erschöpfende Angelegenheit.

Fazit: "Hardcore" ist ein Actionfilm, der durch seine konsequent durchgehaltene subjektive Sicht neue Maßstäbe setzt, dafür jedoch Handlung und Figuren vollständig opfert. Die mehr als dünne Geschichte dient lediglich dazu, die Gewalt von Episode zu Episode zu steigern. Selbst für kurzweilige, gehaltlose Unterhaltung ist das viel zu wenig.




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Land: Russland, USA
Jahr: 2016
Genre: Science Fiction
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 14.04.2016
Regie: Ilya Naishuller
Darsteller: Haley Bennett als Estelle, Sharlto Copley als Jimmy, Danila Kozlovskiy als Akan
Verleih: Central Film, Capelight Pictures, Wild Bunch

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