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Kritik: Shelley (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Horror-Drama "Shelley" von dem in Dänemark lebenden Regisseur Ali Abbasi feierte seine Premiere im Panorama der 66. Berlinale. Der Titel spielt auf die Autorin Mary Shelley - der Schöpferin von Frankenstein an. Der Film nimmt sich viel Zeit um seine Charaktere vorzustellen, wobei das dänische Paar trotzdem mit einem Rätsel behaftet bleibt. Zugleich baut sich ganz langsam eine beklemmende und später offen bedrohliche Atmosphäre auf. Hierbei zeigt Ali Abbasi ein ungewöhnlich hohes Gespür dafür, an und für sich idyllische Naturaufnahmen durch nur leicht ungewöhnliche Blickwinkel und mit Hilfe des Einsatzes von einer bedrohlich brummenden Soundkulisse so weit zu verfremden, dass dieser schöne Ort am See etwas Düsteres und Verwunschenes bekommt.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt von "Shelley" besteht darin, dass der Film zwar deutlich eine Aktualisierung von okkulten Horrorklassikern, wie "Rosemaries Baby" (1968) und "Das Omen" (1976) darstellt, hierbei jedoch komplett auf jede christliche Teufelsikonografie verzichtet. Dies verleiht dem sehr schlicht gehaltenen Horrordrama etwas ausgesprochen Modernes und hebt den Film deutlich aus dem Gros der aktuellen Produktionen von Geister- und Exorzisten-Horrorfilmen ab. "Shelley" ist tatsächlich so realistisch gehalten, dass der Film auch als ein reines Psychodrama über die möglicherweise mit einer Schwangerschaft verbundenen Ängste gelesen werden kann. Das Ergebnis ist eine sehr befriedigende Seherfahrung, welche lediglich durch das verschleppte Tempo unter Umständen ein wenig gemindert werden kann.

Fazit: "Shelley" entschlackt Filme, wie "Rosemaries Baby" oder "Das Omen" von allen antiquierten kirchlichen Beiwerk und führt das Genre somit in die Gegenwart.




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