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Renoir - Verehrt und verachtet
Renoir - Verehrt und verachtet
© Arts Alliance

Kritik: Renoir - Verehrt und verachtet (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Renoir - Verehrt und verachtet" ist eine weitere Kunst-Dokumentation von Phil Grabsky für die Reihe "Exhibition on Screen". Zu jener gehören unter anderem die letztes Jahr erschienenen Filme "Die Impressionisten" und "Van Gogh - Die neue Art des Sehens". Wie alle bisherigen Filme dieser Reihe ist auch "Renoir - Verehrt und verachtet" eine sehr klassische Dokumentation, die auf jede Art von formalen Experimenten komplett verzichtet. Im Fokus stehen die Werke selbst, die auch hier in einer bestimmten genauer vorgestellten Sammlung konzentriert sind. Deshalb ist dies ein Film nicht nur über Renoir, sondern auch über Coombs Barnes. Jener gehörte zu den ersten vermögenden US-Sammlern, die im großen Stil Werke aus der alten in die neue Welt brachten.

Darüber hinaus wird der Werdegang von Pierre-Auguste Renoir vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf dessen von Kritikern oft verachteten Spätwerk liegt. Es wird gezeigt, dass Renoir schon immer mehr ein Publikumsliebling, als ein Lieblingsmaler anderer Künstler war. Die oft süßlich wirkenden Bilder fröhlicher Menschen und üppiger Frauen, lassen Renoir von Anbeginn an als kommerzieller, als seine Impressionisten-Kollegen erscheinen. Jene begegneten Renoirs Spätwerk überwiegend mit Unverständnis und mit Ablehnung. Dies erscheint leicht verständlich: die Bilder von in paradiesischen Landschaften sich räkelnden Damen mit extrem ausladenden Gesäßen und auch ansonsten reichlich unförmig wirkenden Leibern, erscheinen dem heutigen Betrachter oftmals als reiner Kitsch.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Zu den frühsten Verehrern dieser Spätphase in Renoirs Werk gehören die visionären künstlerischen Schwergewichte Matisse und Picasso. Letzterer schuf in einer seiner vielen Schaffensphasen ebenfalls Bilder von Menschen mit grotesk wuchtigen Körpern. Der besondere Verdienst von "Renoir - Verehrt und verachtet" besteht darin, dass Phil Grabsky eine umfassende und ausgewogene Darstellung der verschiedenen Argumente für und gegen diese Spätphase Renoirs gelingt. Somit erhält der Zuschauer eine fundierte Basis, auf welcher er selbst entscheiden kann, ob er diese Bilder eher verehren oder verachten will.

Fazit: Phil Grabsky setzt sich auf differenzierte Weise mit einer bisher wenig beachteten Schaffensphase von einem der populärsten Künstler auseinander.





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