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Closet Monster (2016)

Kanadisches Coming-of-Age-Drama: Regisseur Stephen Dunn erzählt in seinem Debüt von einem schwulen Außenseiter, der sich einem Kindheitstrauma stellen muss.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Oscar wächst behütet auf, bis seine glückliche Kindheit eines Tages auf jähe Weise endet: Seine Mutter Brin verlässt die Familie, weil sie die Gegenwart ihres Ehemanns Peter nicht mehr ertragen kann. Und auch Oscar muss bald erkennen, dass sein Vater auf den ersten Blick zwar wie ein harmloser Kindskopf erscheint, aber durchaus dunkle Seiten an sich hat. Als Oscar schließlich zu einem Teenager herangewachsen ist, soll die komplizierte Beziehung zu seinem Vater nur eine der Widrigkeiten sein, die dem Jugendlichen das Leben schwer machen. Trost findet der künstlerisch begabte Junge jedoch bei seiner besten Freundin Gemma sowie bei der sprechenden Hamsterdame Buffy. Realität und Fantasie verknüpfen sich in Oscars Kopf zu einem ganz eigenen Kosmos und letztlich wird sogar ein Traum wahr: Denn der schwule Teenager trifft auf Wilder, einen coolen Jungen von der Arbeit, der nicht ganz uninteressiert an Oscar zu sein scheint.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Coming-of-Age-Filme sind selbstverständlich keine Seltenheit, vor allem im queeren Kino gehören Geschichten über das Erwachsenwerden sowie die schwierige Zeit des Coming-outs zum festen Programm. Mit seinem teilweise autobiografisch geprägten Regiedebüt wagt sich nun auch der kanadische Filmemacher Stephen Dunn auf diese umkämpfte Terrain und bietet dabei klassische Zutaten: Ein jugendlicher Außenseiter, ein kleinstädtisches Setting, eine beste Freundin, Konflikte mit den Eltern sowie das erste Verliebtsein sind die nicht gerade originellen Eckpfeiler dieses Dramas.

Und dennoch fühlt sich "Closet Monster" nach mehr an als als bloß dem x-ten Aufguss einer altbekannten Story. Das liegt zuallererst einmal daran, dass der Drehbuchautor und Regisseur Dunn seinen konventionellen Plot mit zahlreichen fantastischen Elementen und skurrilen Einfällen anreichert. Ein von Isabella Rossellini gesprochener Hamster sowie an David Cronenberg gemahnende Körperhorror-Szenarien sorgen dabei nicht nur für Abwechslung, sondern fügen sich stimmig in die Handlung ein. Stereotype Motive aus Fantasy- und Gruselfilmen illustrieren hier nämlich perfekt die Welt eines Pubertierenden und verleihen "Closet Monster" seinen ganz eigenen Ton zwischen Schrecken, lakonischem Witz und bittersüßem Herzschmerz.

Ein weiterer Faktor, durch den sich Dunns Erstling von der Konkurrenz abzusetzen vermag, ist neben dem tollen Elektropop-Soundtrack das starke Casting. Aus TV-Serien bekannte Nebendarsteller wie Aaron Abrams ("Hannibal") oder Joanne Kelly ("Warehouse 13") lassen als Oscars Eltern etwas durch ihr Spiel manche Schwäche des Drehbuchs vergessen. Star des Films ist allerdings allein der junge Hauptdarsteller Connor Jessup, der den Film mit Bravour trägt und einfühlsam den schwulen Helden verkörpert.

Fazit: Trotz seines konventionellen Plots überrascht Stephen Dunns Coming-of-Age-Drama mit zahlreichen fantastischen Elementen und skurrilen Einfällen. Motive des Horrorfilms werden in "Closet Monster" zu stimmigen Bildern des Erwachsenwerdens und sorgen für einen ganz eigenen Tonfall zwischen Schrecken, Witz und bittersüßem Herzschmerz. Ein toller Soundtrack sowie ein starker Hauptdarsteller runden dieses gelungene Regiedebüt ab und lassen kleine Schwächen des Drehbuchs vergessen.




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Land: Kanada
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 70 Minuten
Kinostart: 06.10.2016
Regie: Stephen Dunn
Darsteller: Aaron Abrams als Peter Madly, Jack Fulton als Junger Oscar, Joanne Kelly als Brin Madly
Verleih: Pro Fun Media

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