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Affenkönig
Affenkönig
© 24 Bilder © Port au Prince Pictures GmbH

Affenkönig (2016)

Komödie über vier Männerfreunde, die zum Teil in Begleitung von Frauen und Kindern einen 45. Geburtstag in der Provence feiern.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Wolfi (Hans-Jochen Wagner) hat seine Jugendfreunde, die er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat, auf sein Anwesen in der Provence eingeladen. Gemeinsam soll sein 45. Geburtstag gefeiert werden, mit Butler und zwei jungen Gespielinnen am Pool. Viktor (Samuel Finzi) wird schon zur Begrüßung in Anspielung an die alten Zeiten "Ficktor" genannt. Der Mann bekommt ständig wütende Anrufe seiner Chefin, weil der PR-Text, den er verfassen soll, nicht gut ist. So kann er sich auch nicht seiner hochschwangeren Frau (Jytte-Merle Böhrnsen) widmen. Martin (Marc Hosemann) hat Geldsorgen und schickt seinen Sohn vor, damit er sich als herzkrank ausgibt. Seine Operation würde eine stattliche Summe kosten, aber ohne sie muss der Junge ja sterben...

In Ralphs (Oliver Korittke) Ehe mit der Psychotherapeutin Ruth (Jule Böwe) kriselt es gewaltig. Ruth greift Wolfi wegen seiner lüstern-vulgären Sprache offen an, aber die Männer beneiden den Gastgeber, der so viel Kohle hat und keine Familie, die ihm den Spaß vermiest. Wolfi hat deftige Vergnügungen geplant, aber auch eine alte Rechnung mit den Freunden offen... In der Gruppe brechen sich die Emotionen Bahn.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Es ist ein beliebtes Komödienthema, das der Schweizer Regisseur Oliver Rihs hier in einen deftigen Filmspaß verwandelt: Männer in der Mitte des Lebens, bekanntlich eine krisengebeutelte Zeit, treffen sich für ein paar Tage, um die alten Zeiten hochleben zu lassen. Dazu gehört eine zünftige Location in herrlicher Natur, die Freiheit signalisiert und die Lebensgeister richtig weckt. Was passiert dann bei solchen Anlässen gerne – zumindest im Film? Zum einen regredieren die Männer und lassen in einer Mischung aus kindischem und animalischem Gehabe die Sau raus. Zum anderen wird Bilanz gezogen, wie jeder im Vergleich zu den anderen im Leben dasteht. Und unter diesem kritischen Blick der Buddys bricht dann so manche Image-Fassade wie ein Kartenhaus zusammen.

Der rote Faden für all diese Dynamik ist hier das Thema Sex. Es gibt ihn in expliziter Form, vor allem aber durchzieht er die Dialoge, die in ihrer Anzüglichkeit nicht nur der verklemmten Ruth merkwürdig vorkommen müssen. Aber sprechen 20-jährige Männer nicht vielleicht untereinander so, um zu prahlen, sich hochzuschaukeln Und diese Zusammenkunft soll ja ausdrücklich an die glorreichen Tage des Jungseins anknüpfen. Die Bemerkungen Wolfis sind schrecklich sexistisch, aber man hat nicht den Eindruck, in eine betont prollige Komödie geraten zu sein, sondern eher, dass Mentalitäten authentisch ausgesprochen werden. Wolfi animiert die Männer auch zu einer Radtour in erotischen Frauendessous und sieht sich dabei als Libertin. Doch als ZuschauerIn beschleicht einen mit zunehmender Dauer das Gefühl, dass das Thema Sex in diesem Kreis hauptsächlich als Feigenblatt für eine unsägliche, existenzielle Langeweile herhalten muss. Und was ist eigentlich sympathisch an diesen Männercharakteren?

Das Kreisen der Figuren um sich selbst ergibt einen auffälligen Kontrast zu den landschaftlichen Hintergründen, die gerade Neugier auf das Unbekannte schüren. Die herrliche ländliche Umgebung, auch das prächtige alte Haus werden nur als Partyambiente wahrgenommen. Um den Pool fehlt die stylishe Lichterkette nicht und die Innenausstattung funktioniert das Haus in eine Art Luxuspension um. Diese Leute könnten überall auf ähnliche Weise, in einem ähnlichen Ambiente feiern, austauschbar ist nur die belanglose Außenwelt. Daran aber übt der Film nicht wirklich Kritik. Es gibt also viel zu sehen und zu staunen, aber die attraktive Verpackung kann letztlich nicht über den bescheidenen inhaltlichen Wert der Komödie hinwegtäuschen.

Fazit: Der Midlife-Crisis beim Feiern im Freundeskreis eine lange Nase drehen und sie zugleich durch vergleichende Bilanz kräftig befeuern: So ergeht es den Männern in dieser deftigen, aufgemotzten Komödie von Oliver Rihs, die sich einer stark sexualisierten Sprache bedient. Obwohl die Mentalität der Charaktere durchaus authentische Züge besitzt, macht sie das nicht sympathischer und sie wirken auch nur in engen Grenzen interessant.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Kinostart: 13.10.2016
Regie: Oliver Rihs
Darsteller: Jytte-Merle Böhrnsen als Sima, Samuel Finzi als Victor, Marc Hosemann als Martin
Verleih: 24 Bilder, Port au Prince Pictures GmbH

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