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Drei Wünsche von Handloh
Drei Wünsche von Handloh
© Trickfilmkinder GmbH

Kritik: Drei Wünsche von Handloh (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Aus dem Off ertönt gleich zu Beginn von "Drei Wünsche von Handloh" die Stimme der Regisseurin und Drehbuchautorin Simone Jung, die kindgerecht die Ausgangssituation ihres Dokumentarfilms erklärt. Jung erzeugt dabei eine sehr persönliche, fast märchenhafte Stimmung und verleiht der Geschichte durch ihren Kommentar Struktur. Diese ist auch nötig, denn die Dokumentation weiß nicht immer recht, wovon sie nun erzählen will.

Interviews mit den jungen Protagonisten über ihre kranken bzw. verstorbenen Geschwister wechseln sich ab mit an Homevideos erinnernden Szenen, die den typischen Ferienalltag der Kinder dokumentieren. Neben allgemein gehaltenen Einblicken, wie Vorbereitungen für einen Geburtstag, stellt Jung dabei auch in Grundzügen vor, wie ein Trickfilm entsteht. Ein großes, alle Aspekte verbindendes Thema wird dabei allerdings nur schwer ersichtlich. "Drei Wünsche von Handloh" mutet an wie ein Flickenteppich, dem es an dramaturgischer Geschlossenheit ebenso wie an einem einleuchtenden Konzept mangelt.

Als ähnlich krude erweist sich der Film auch in technischer Hinsicht: Der Ton ist oft verrauscht und die Dialoge sind kaum verständlich, während die Bilder meist verwackelt oder überbelichtet sind. Zusätzlich laufen oder fliegen immer wieder computeranimierte Wesen unmotiviert durch das Bild und verleihen dem Dokumentarfilm zusammen mit dem stets dudelnden Soundtrack einen gewissen naiven Charme.

Als private Erinnerung an eine besondere Ferienreise dürfte "Drei Wünsche von Handloh" seinen Zweck sicherlich erfüllen, für einen Kinofilm bietet Jung jedoch viel zu wenig. Es ist selbstverständlich löblich, dass sie den oft im Schatten ihrer kranken Geschwister stehenden Kindern einen Raum zum Erzählen bietet. Doch die filmische Aufbereitung dieser persönlichen Geschichten ist zu banal und oberflächlich, um dem wichtigen Thema letztlich gerecht zu werden.

Fazit: Simone Jungs inhaltlich unentschlossener, technisch krude umgesetzter Dokumentarfilm bietet Kindern, die oft im Schatten ihrer Geschwister stehen, einen Raum zum Erzählen. Leider wird "Drei Wünsche von Handloh" seinem wichtigen Thema dabei nicht gerecht und mutet an wie ein banales Homevideo, an dem letztlich nur die unmittelbar Beteiligten ihre Freude haben werden.





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