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Deutschland - dein Selbstporträt
Deutschland - dein Selbstporträt
© Warner Bros.

Kritik: Deutschland - dein Selbstporträt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Als einmaliges Filmexperiment wird "Deutschland. Dein Selbstporträt" von der Marketing-Abteilung gepriesen. Diese verschweigt dabei allerdings, dass Sönke Wortmanns neuestes Werk bloß ein Film in einer ganzen Reihe ähnlicher Projekte ist. Mit dem von Ridley Scott produzierten "Life in a Day" begann 2011 diese Serie, die aus Amateur-Videoclips professionelle Kinofilme kompiliert. Während der Ursprungsfilm noch an ein internationales Publikum adressiert war, richten sich die nachfolgenden Produktionen eher an nationale Märkte und Zuschauer. Italien, Japan und Spanien wurden bereits in Videoschnipseln aufbereitet, Frankreich und Israel sollen folgen.

Nun ist aber erst einmal Deutschland an der Reihe. Großartig anders als seine Vorgänger geht Wortmann in "Deutschland. Dein Selbstporträt" nicht vor und so stellt sich nicht bloß aufgrund der meist alltäglichen Begebenheiten im Film rasch der Eindruck des Vertrauten ein. Trotz (oder gerade wegen) der großen Anzahl an Beteiligten wirken "Life in a Day" sowie seine filmischen Nachfolger dabei recht homogen. Dass der internationale Blickwinkel einem engeren nationalen Fokus weichen musste, raubt der Reihe zudem einen zusätzlichen Reiz.

Es mangelt "Deutschland. Dein Selbstporträt" an wirklichen Höhepunkten und Überraschungen. Dieser von einer breiten Masse hergestellte Film scheint genau eine solche als Zielpublikum anzuvisieren und vernachlässigt dabei leider zugunsten der leichten Konsumierbarkeit, kontroverse oder abseitige Themen. So erweckt Wortmann mit seiner Kompilation mitunter den Eindruck eines Werbespots, eine Wirkung die durch den stetigen emotionalen Soundtrack noch verstärkt wird.

Einmalig, originell oder erhellend ist an "Deutschland. Dein Selbstporträt" leider wenig. Eine Produktion, die in der Vergangenheit gezeigt hat, wie sich deutscher Alltag auf gelungene Weise porträtieren lässt, ist Volker Heises "24h Berlin – Ein Tag im Leben". Mit seinem TV-Mammutwerk vertraute Heise zwar auch auf die Kraft alltäglicher Begebenheiten, ließ diese aber nicht von Laien, sondern von professionellen Filmemachern wie Romuald Karmakar, Elfi Mikesch oder Volker Koepp filmen – vielleicht ein notwendiger Schritt, um nicht als belanglose Nabelschau zu enden.

Fazit: Sönke Wortmann setzt aus von Amateuren gefilmten Videoschnipseln ein Porträt Deutschlands zusammen. Dabei bleibt sein Film allerdings sehr oberflächlich und bietet wenige spannende Einblicke. So erinnert "Deutschland. Dein Selbstporträt" mitunter mehr an einen belanglosen Werbespot als an gutes Kino.





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