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Timebreakers - Auf der Suche nach dem geheimnisvollen...stall
Timebreakers - Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Heidekristall
© Dreamfactory Filmverleih

Kritik: Timebreakers - Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Heidekristall (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ebenso wie die Kinder in dem Fantasy-Abenteuerfilm, interessiert sich auch Regisseur Niels Marquardt für Geschichte, das Mittelalter, regionale Legenden und Mythen sowie Heide-Sagen. So kam es, dass er all jenes miteinander verband und diese Abenteuer-Geschichte um die sieben Timebreakers, alle zwischen acht und elf Jahre alt, strickte. Das Besondere an "Timebreakers": der Film ist keine Low- sondern eine No-Budget-Produktion, heißt: von der Verpflegung der Beteiligten über die Technik bis hin zur Anfahrt zu den Drehorten, musste das Team alles selbst stemmen und finanzieren. Die Gelder wurden zum Großteil von den Eltern und einigen Sponsoren aufgebracht. Der Film entstand in der idyllischen Landschaft der Lüneburger Heide und im niedersächsischen Heidekreis, darunter u.a. in den Gemeinden Walsrode und Bomlitz.

Sympathische Laien-Darsteller, einfache aber liebevoll umgesetzte und ihren Zweck erfüllende Effekte sowie simples, aber abwechslungsreiches Produktionsdesign: "Timebreakers" strahlt zu jeder Zeit No-Budget-Atmosphäre aus, aber er tut dies auf charmante und unterhaltsame Weise. Der Film ist so weit weg vom überzogen-überladenen Effekte-Gewitter und CGI-Bombast sowie erlesenen, chromglänzenden Hochglanzbildern einer teuren Popcorn-Produktion wie nur irgend möglich – und bringt daher auch das Wesentliche und Ursprüngliche beim Filmemachen auf den Punkt: die Leidenschaft bei der Arbeit sowie der Spaß und der Glaube an ein Projekt.

Der Film ist natürlich nicht frei von hier und da auftretenden unsauberen, zu schnellen Schnitten oder manch hölzernem Dialog. aber darüber kann – bzw. muss man sogar – hinwegsehen. Denn für die anvisierte Zielgruppe der Kinder, die ebenso an Rittern, Sagen und Abenteuern interessiert sind, bietet das Werk spannende Unterhaltung, wichtige Botschaften (die Bedeutung von Freundschaft, Zusammenhalt und das Bewahren der kindlichen Fantasie stehen u.a.im Mittelpunkt) und ein hohes Identifikationspotenzial. Dafür sorgt die Tatsache, dass hier eben "echte" Charaktere und "reale" Figuren bzw. Kinder – und eben keine Superhelden oder perfekte, fiktionale Protagonisten ohne Schwächen und Fehler – die Hauptrollen spielen. Damit können sich auch die jüngsten Zuschauer in die Hauptdarsteller hineinversetzen und sich mit den Timebreakers identifizieren.

Die Idee der Timebreakers sowie der komplette Plot an sich, mit seiner Verbindung aus Abenteuer-, Historienfilm- aber auch Coming-of-Age-Elementen, zeugen von Einfallsreichtum und Kreativität. Optisch überzeugt vor allem der Handlungsort. Die herrlichen, oasenartigen Landschaften der Lüneburger Heide mit ihren unzähligen, lila-schimmernden Heideblüten, haben etwas Magisches. Hinzu kommen verwunschene Mühlen, alte Kirchen und Bauernhäuser, geschichtsträchtige Klöster und urige Fachwerkhäuser, die sich alles in allem gelungen in die Szenerie und die Handlung einfügen.

Fazit: Die Do-it-Yourself-Attitüde sowie die mit viel Lust und Leidenschaft aller Beteiligten umgesetzte, Zielgruppen-konforme Abenteuer-Geschichte, verleihen dem Film viel Charme. Bedenkt man, dass der Film quasi ohne finanzielle Mittel realisiert wurde, gelingt Regisseur Marquardt eine sympathische, rasante Schatzsuche durch die Lüneburger Heide.





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