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El Viaje - Ein Musikfilm mit Rodrigo Gonzalez
El Viaje - Ein Musikfilm mit Rodrigo Gonzalez
© mindjazz pictures

El Viaje - Ein Musikfilm mit Rodrigo Gonzalez (2016)

Der Dokumentarfilm begleitet den "Ärzte"-Bassisten Rodrigo Gonzalez auf musikalischer Erkundung in seiner alten Heimat Chile.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Rodrigo Gonzalez, der Bassist der deutschen Punk-Band "Die Ärzte", verließ sein Geburtsland Chile schon mit sechs Jahren. Mit seinen Eltern, die der Militärdiktatur Pinochets entflohen, kam er 1974 nach Hamburg. Jetzt reist Gonzalez nach Chile, um ein Album mit den Protestsängern jener Ära, aber auch mit den jungen Liedermachern, die heute populär sind, aufzunehmen. Besonders interessiert Gonzalez, ob die Komponisten der 60er und 70er Jahre auch heute noch eine Rolle spielen und ob es einen gemeinsamen Nenner in der Musik des Landes gibt.

Seine Reise führt Gonzalez zunächst zu Macha, dem Bandleader der Gruppe Chico Trujillo. Die auch im Ausland bekannte Band frischt althergebrachte Cumbia mit neueren Stilrichtungen auf. Der Traditionsbewahrer Macha nennt Gonzalez weitere wichtige Musiker. Gonzalez' Reise führt über Santiago hinaus nach Valparaiso und bis nach Patagonien. Er besucht die jungen Liedermacher Camila Moreno, Chinoy und Alonso Núnez, sowie die Veteranen der "Nueva Cancion Chilena", Eduardo Carrasco, Eduardo Yañez und Gastón Avila.

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Im Zentrum dieses Dokumentarfilms von Regisseur Nahuel Lopez steht sein Freund aus Hamburger Kindertagen, der Musiker Rodrigo Gonzalez. Der Bassist der Punk-Band "Die Ärzte" unternimmt eine Besuchsreise zu chilenischen Musikern der älteren und der jungen Generation. Gonzalez will wissen, wie viel vom Geist der "Nueva Cancion Chilena", der Musik der von der Pinochet-Diktatur verfolgten Liedermacher, heute noch spürbar ist. Er möchte auch ein Album mit Künstlern aufnehmen, die schon damals aktiv waren, und mit solchen, die heute von ihnen beeinflusst sind. Der Film weckt Erinnerungen an Wim Wenders' Kuba-Trip "Buena Vista Social Club", vor allem, wenn in einem familiären Club in Valparaiso ältere Männer ein Liebeslied spielen, oder wenn spontan musiziert wird.

Die Songs der jungen Musiker kennzeichnet eine starke Melancholie, die sich in poetischen Texten äußert. Alonso Nuñez engagiert sich auch politisch und erzählt Gonzalez einiges über die wirtschaftliche Not der Menschen in der patagonischen Provinz Aysén. Zu den gegenwärtigen sozialen Problemen im Land zählt auch die Unterdrückung der Mapuche-Bevölkerung, die um die Rückgabe von Landgebieten prozessiert. Gonzalez bekommt mit dem musikalischen Traditionalisten Gastón Avila Zutritt zu einer Mapuche-Siedlung, die sich sonst jeglichen Gesprächen mit Medien verweigert.

Trotz solcher aktuellen Probleme verweist die melancholische Stimmung zeitgenössischer Songs anscheinend auch darauf, dass immer noch der Schatten der Pinochet-Ära auf der Gesellschaft lastet. Mit den Vertretern der "Nueva Cancion Chilena" spricht Gonzalez über diese Zeit, besichtigt mit Eduardo Yañez das Stadion von Santiago, in dem er wie viele andere Regimegegner verhört und gefoltert wurde. Die Militärs verboten sogar das von den Protestsängern gerne gespielte traditionelle Musikinstrument Charango. Dennoch ließ sich der Geist der Aufbruchstimmung, die den ganzen lateinamerikanischen Kontinent nach der kubanischen Revolution 1959 erfasst hatte, nicht ausmerzen, wie Eduardo Carrasco betont.

Indem Gonzalez die Musiker zuhause besucht und mit ihnen durch die Straßen schlendert, wird der Film mit Eindrücken aus dem Alltagsleben angereichert. Einmal musiziert ein Händler mit Freunden auf dem Gemüsemarkt. Mittendrin verwandeln sich solche Live-Lieder in ihre ausgefeilte Studio-Version. So schenkt der volle Klang aus dem Off den Alltagsszenen etwas von der Energie zurück, die die Lieder selbst inspiriert hat.

Fazit: Der deutsch-chilenische Musiker Rodrigo Gonzalez, der vor allem als Bassist der Punk-Band "Die Ärzte" bekannt ist, erkundet die Musikszene in Chile. Dabei fragt der Dokumentarfilm von Nahuel Lopez mit seinem Protagonisten nach den Einflüssen der Protestsänger der 1960er und 1970er Jahre auf die junge Generation. In verschiedenen Regionen Chiles gedreht, bietet der kurzweilige Film neben viel Musik interessante Einblicke in die Stimmungslage des Landes, auf dem noch der Schatten der überwundenen Pinochet-Diktatur lastet.




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Land: Chile
Jahr: 2016
Genre: Dokumentation, Musik
Länge: 93 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 11.08.2016
Verleih: mindjazz pictures

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