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FBW-Bewertung: Ballerina (2016)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Lebe Deinen Traum, glaube an Dich und stehe zu deinen Freunden - diese Werte beschwört der zauberhafte Animationsfilm BALLERINA. Er variiert dafür Motive aus dem Märchenschatz der Brüder Grimm sowie den klassischen Romanen über die natürliche Resilienz von Kindern wie etwa ?Oliver Twist?, und verbindet sie mit aktuellen Medienphänomenen und der Lebenswirklichkeit von Heranwachsenden von heute. Und dieser Spagat geht auf.

Die Animation kann mit Hollywood-Produktionen mithalten. Mit ungeheurer Liebe zum Detail und farbenprächtig werden das Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts und die ländliche Idylle in der Bretagne rekonstruiert, die düsteres Fassade des Waisenhauses macht dagegen auf den ersten Blick deutlich, dass sich die Kinder hier niemals wohlfühlen können. Und so beginnt der Film auch mit der Flucht des 12jährigen Victors und seiner Freundin Félicie nach Paris.

Beide Kinder kommen ihrem Traum näher, er wird Gehilfe beim Bau des Eiffelturms und entwirft eines der ersten Fluggeräte, sie nimmt eine fremde Identität an, um in der Oper für den ?Nussknacker? vorzutanzen und über die Bühne zu fliegen. Historisch gibt es hier vielleicht einige Ungenauigkeiten. Doch Tschaikowskis Erfolgs-Ballett bietet eine der wenigen großen Rollen für Nachwuchsballerinas. Zudem geht seine Musik ins Ohr, ist bekannt, und geht mit modernen Rhythmen im Film eine gelungene Liaison ein.

Vor den Auftritt in der Oper haben die Macher Ausscheidungsrunden gesetzt, die an?Superstar?-Casting-Shows erinnern. Félicie besteht sie nur, weil sie mit der Putzfrau Odette eine einfühlsame Lehrerin gefunden hat. Harte Trainingsstunden und Entbehrungen stehen vor einem großen Moment im Rampenlicht. Sämtliche Tanzsequenzen bestechen dabei durch die Flüssigkeit der Bewegungen.

Natürlich muss sich die Freundschaft der Kinder beweisen, sie entdecken zudem die ersten Schmetterlingsgefühle im Bauch. Und auch Félicies Schwindel über ihre gestohlene Identität fliegt auf. Hier spielt der Film mit dem Cinderella-Motiv. Odettes Arbeitgeberin und Vermieterin ähnelt dabei der bösen Stiefmutter aus einem Grimm'schen Märchen. Sie trimmt ihre Tochter, den eigenen Traum von einer Ballettkarriere zu leben. Doch während die Mutter vom Ehrgeiz zerfressen ist und auch bleibt, erkennt ihre Tochter zum Ende den Irrweg.

Dies ist nur einer der angenehmen dramaturgischen Einfälle der absolut runden Märchen-Story, die an beliebte Erzählmuster anknüpft und nicht überraschend, aber völlig zurecht, zu einem überzeugenden Happy End geführt wird.





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