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Loving (2016)

Drama über eine Afro-Amerikanerin und einen Weißen, die in den 1950er Jahren als Ehepaar in Virginia gegen das Gesetz verstoßen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Richard (Joel Edgerton) und Mildred Loving (Ruth Negga) werden in den 1950er Jahren auf dem Land in Virginia ein Liebespaar. Mildred ist afro-amerikanischer und indianischer Herkunft, der Maurer Richard ein Weißer. Die Beiden lassen sich nicht davon beirren, dass eine gemischtrassige Ehe in diesem US-Bundesstaat verboten ist, sondern fahren zur Heirat nach Washington. Als die Polizei nachts kommt, um Richard und Mildred zu verhaften, zeigt Richard die Heiratsurkunde, doch die interessiert die Ordnungshüter von Virginia nicht.

Der Anwalt, den Richard nimmt, rät dem Paar, sich schuldig zu bekennen und der Auflage des Gerichts zuzustimmen, dass es wegziehen und 25 Jahre lang dem heimatlichen Caroline County fernbleiben muss. Die Lovings ziehen nach Washington, doch Mildred will zurück aufs Land und zu ihrer Familie. Sie schreibt einen Brief an den Justizminister Robert F. Kennedy, der einen Bürgerrechtsanwalt vermittelt. Auf Mildreds Wunsch hin zieht das Ehepaar mit den Kindern zurück nach Virginia und wohnt heimlich auf einer Farm. 1967 spricht der Oberste Gerichtshof der USA ein wegweisendes Urteil im Fall Loving.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In Amerika gilt der 12. Juni als "Loving Day". An diesem Tag wird an das historische Urteil des Supreme Courts von 1967 erinnert, welches das Verbot einer Eheschließung zwischen Menschen verschiedener Hautfarbe für verfassungswidrig erklärte. Regisseur Jeff Nichols ("Take Shelter – Ein Sturm zieht auf") hat die Geschichte des Ehepaars Richard und Mildred Loving zu einem stillen und sehr eindringlichen Drama verfilmt, das tief in die Atmosphäre der 1950er und 1960er Jahre eintaucht.

Auf dem Land in Virginia sind die Familien von Richard und Mildred Nachbarn. Man arbeitet zusammen, hilft sich gegenseitig. Richard arbeitet als Maurer, er ist kein Mann vieler Worte. Als er Mildred das Grundstück im Grünen zeigt, auf dem er ihnen beiden ein Haus bauen will, schaut sie nicht freudig, sondern besorgt drein. Schon da macht sich die immense Bedrückung bemerkbar, die sich über das Leben dieses Liebespaars legt. Sie rührt aus dem Bewusstsein, dass jeder Schritt, jede Selbstverständlichkeit, die sie sich erlauben, in Virginia ein illegaler Akt ist. Für einen Spielfilm ist diese wortkarge, schwere Stimmung ungewöhnlich, weil ihr der Glamour fehlt, aber sie gibt wohl genau das Lebensgefühl wieder, das Richard und Mildred tagtäglich begleitete.

Mildred macht im Laufe dieser Geschichte eine spannende Entwicklung durch. Anfangs ist sie noch die Frau, die ihrem Mann die Entscheidungen überlässt, aber spätestens mit dem Brief an Robert Kennedy ergreift sie die Initiative. Sie lenkt ihre Familie in den selbstbewussten Widerstand gegen den Staat Virginia, holt sogar die Presse ins Haus, während Richard immer reservierter, zaghafter wird. Die Ungewissheit und das diffuse Gefühl der Bedrohung werden für die Beiden zur Zerreißprobe. Es gelingt dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellern, das sehr bewegend herauszuarbeiten.

Beim Eintauchen in den Alltag dieses Paares vergisst man beinahe, dass es sich letztlich um eine Erfolgsgeschichte handelt. Nicht nur Richard ist wortkarg, auch seine hart arbeitende Mutter spricht wenig. Die Leute sind arm in dieser Gegend von Virginia, das Leben bietet wenig Freuden, und doch gibt es für Mildred keinen schöneren Ort, um ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Diese beiden Menschen werden nicht zu strahlenden Heroen stilisiert, aber sie gehen ihren schweren Weg stets im Bewusstsein, dass die Stimme ihrer Herzen die richtige ist.

Fazit: Jeff Nichols taucht mit der Geschichte des Ehepaars Richard und Mildred Loving tief in die Atmosphäre der 1950 und 1960er Jahre in Amerika ein und erinnert daran, wie schwer die Bürgerrechte erkämpft werden mussten. Der weiße Mann und die afro-amerikanische Frau, die der Stimme ihres Herzens folgen, ziehen sich mit ihrer Heirat die Gegnerschaft des Bundesstaats Virginia zu und gehen einen steinigen Weg bis zum Obersten Gerichtshof der USA. Das eindringliche Drama arbeitet die emotionale Belastung überzeugend heraus, die dieses starke Paar über Jahre hinweg aushält, weil es sich nicht aufgeben will.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollVirginia im Jahre 1958. Die junge farbige Mildred erwartet ein Kind des weißen Richard Loving. Es ist die große Liebe, aber eine Heirat zwischen Weiß und Schwarz ist in Virginia gesetzlich verboten. So reisen sie heimlich in den District of Columbia [...mehr]

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Land: USA
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 123 Minuten
Kinostart: 15.06.2017
Regie: Jeff Nichols
Darsteller: Ruth Negga als Mildred, Joel Edgerton als Richard, Will Dalton als Virgil
Verleih: Universal Pictures International

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