oder

Tanna - Eine verbotene Liebe (2015)

Tanna

Romeo und Julia im Inselparadies: Wawa und Dain vom Volk der Yakel kämpfen inmitten der unberührten Natur ihrer Heimat, der abgeschiedenen Pazifikinsel Tanna, um ihre Liebe.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die abgeschiedene Insel Tanna im Südwestpazifik: Dort lebt Wawa (Marie Wawa) in einem der letzten, ältesten Ureinwohner-Stämme der Region. Eigentlich könnte für die junge Frau alles so harmonisch sein: sie liebt den Enkel des Stammesältesten, Dain (Mungau Dain). Auch Dain will mit Wawa zusammenleben, doch die Traditionen des Stammes verbieten es. Wawa ist bereits einem anderen Mann versprochen und so können sich die Beiden nur heimlich treffen. Stets unter der Gefahr, jederzeit erwischt zu werden. Als wäre das noch nicht genug, gehört ihr zukünftiger Mann auch noch einem anderen, verfeindeten Stamm an. Mit der Heirat soll Frieden zwischen den Völkern einkehren. Wawa ist innerlich zerrissen: soll sie ihren Gefühlen nachgeben oder sich der Tradition ihres Stammes unterordnen?

Bildergalerie zum Film

Tanna - Eine verbotene LiebeTanna - Eine verbotene LiebeTanna - Eine verbotene LiebeTanna - Eine verbotene LiebeTanna - Eine verbotene Liebe


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Tanna" wurde an Originalschauplätzen auf der gleichnamigen Insel im Südpazifik gedreht. Auf der Insel, die von einer aktiven Vulkanlandschaft und dichten Wäldern geprägt ist, leben rund 25 000 Menschen. Inmitten dieser unwirtlichen, entlegenen Natur, inszenierten Martin Butler und Bentley Dean ihren Film. "Tanna" beruht auf wahren Ereignissen und thematisiert einen seit langer Zeit anhaltenden Streit zwischen den Völkern der Inseln. Der Film feierte seine Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2015. Dort gewann er einen Publikumspreis. Die beiden Regisseure, Butler und Dean, arbeiten seit Jahren erfolgreich im Bereich des Dokumentarfilms zusammen.

"Tanna" lebt zu weiten Teilen vom authentischen, leidenschaftlichen Spiel der Laien-Darsteller. Um einen möglichst hohen Grad an Realismus zu erzeugen, drehte das australische Regie-Duo Butler und Dean ausschließlich mit den Ureinwohnern, die auf der Insel leben. Und es ist erstaunlich ist, wie gekonnt und routiniert die ländliche Bevölkerung vor der Kamera agiert. Allen voran die beiden Hauptdarsteller. Zu jeder Zeit nimmt man Dain und Wawa den kraftraubenden Kampf um ihre Liebe ab. Butler und Dean entschlossen sich, das Leid und den Schmerz der zwei (unglücklich) Liebenden vor allem in Form von Nahaufnahmen ihrer Gesichter, zu verdeutlichen. Eine gute Entscheidung. Denn so manifestiert sich deren gegenwärtige Gefühlslage unmittelbar im Gesichtsausdruck der Zwei, wenn sie mal melancholisch (Wawa), mal entrüstet bzw. zornig (Dain) dreinblicken.

Dadurch, dass ihre Gesichtszüge dann groß auf der Leinwand erscheinen, erlebt der Zuschauer ihre Aufgewühlt und Seelenqualen noch direkter, noch ungefilterter mit. Und spürt sie damit fast am eigenen Leib. Enttäuschung und Wut weichen mit der Flucht der Beiden durch die Wälder hinauf zum Funken speienden Vulkan, einer befreienden Erleichterung. Doch nur für kurze Zeit: denn sowohl die Yakel als auch die Angehörigen des Stammes, dem Wawa versprochen ist, sind ihnen auf der Spur.

Einen weiteren großen Reiz machen die wunderschönen, fast poetisch anmutenden Bilder der betörenden Natur und erhabenen Landschaften, aus. "Tanna" entführt den Zuschauer in eine magische, geheimnisvolle Welt. Die Bewohner der Insel leben im Einklang mit der Natur. Der Stress und die Hektik unserer modernen, medial geprägten Gesellschaft, sind ihnen fremd. Dort hinein platzieren die Regisseure die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte von einer unglücklichen Liebe, die sich gegen Widerstände von außen behaupten muss.

Fazit: Der in die anmutige Natur des Insel-Schauplatzes eingebettete Film "Tanna", entführt in eine mystische, unbekannte Welt. Die erlesenen Bilder der unberührten Landschaft sind dabei ebenso gelungen wie das realistische, unbefangene Spiel der Laien-Darsteller. Australien schickte "Tanna" ins Oscar-Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film 2017 – zu Recht.





TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Tanna - Eine verbotene Liebe

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Australien, Vanuatu
Jahr: 2015
Genre: Drama
Länge: 104 Minuten
Kinostart: 30.03.2017
Regie: Martin Butler, Bentley Dean
Darsteller: Kapan Cook, Mungau Dain, Charlie Kahla
Verleih: Kairos Film

Awards - Oscar 2017Weitere Infos

  • Bester fremdsprachiger Film

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.