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Diamond Island (2016)

Coming-of-Age-Drama über einen jungen Kambodschaner, der zum Arbeiten in die Großstadt kommt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der 18-jährige Bora (Noun Sobon) verabschiedet sich von seiner Mutter. Er verlässt das Dorf, um auf einer Baustelle bei Phnom Penh zu arbeiten. Auf einer der kambodschanischen Hauptstadt vorgelagerten Insel namens Diamond Island entsteht eine gleichnamige Luxussiedlung. Bora und die anderen Arbeiter, die vom Land hierhergekommen sind, wohnen in einem Slum aus Wellblechbaracken am Rand der Großbaustelle. Eines Abends, als die jungen Männer ausgehen, entdeckt Bora in der Stadt seinen älteren Bruder Solei, den er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Solei begrüßt ihn, will aber nicht, dass Bora der Mutter von dem Treffen erzählt.

Solei hat keinen Kontakt mehr zur Familie, kümmert sich aber um Bora: Er schenkt ihm ein Smartphone, überlässt ihm sein Motorrad, vermittelt ihm eine Begleiterin und nimmt ihn mit ins Nachtleben von Phnom Penh. Aber wenn Bora fragt, was Solei macht, sagt dieser nur, er habe einen amerikanischen Sponsor. Bora verliebt sich in Aza, eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen, die in der Nähe der Baustelle wohnt. Sein Arbeitskollege reagiert eifersüchtig, sein Bruder meint, sie sei nicht der richtige Umgang für ihn. Bora sitzt zwischen allen Stühlen.

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Diamond IslandDiamond Island - Regisseur Davy ChouDiamond IslandDiamond Island


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Das Spielfilmdebüt des französisch-kambodschanischen Regisseurs Davy Chou ist eine fein beobachtete Coming-of-Age-Geschichte, die das Lebensgefühl der jungen Generation in Kambodscha einfängt. Wie so viele junge Leute zieht auch der 18-jährige Dorfbewohner Bora in die Stadt, um zu arbeiten und seiner Mutter Geld zu schicken. Das überraschende Wiedersehen mit seinem Bruder weckt in ihm die Hoffnung auf soziale Geborgenheit, die es aber in dieser Umgebung nicht gibt. Die Kluft zwischen Stadt und Land, Mittel- und Unterschicht ist groß, überall tun sich für den Jungen vom Land unbekannte Welten auf, die er nicht versteht. Aber er entdeckt auch die Liebe und die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen.

Auf der Großbaustelle Diamond Island entstehen Luxuswohnungen in bester Lage, eingerichtet nach europäischem Standard. An der westlichen Lebensweise orientieren sich auch die privilegierten jungen Leute, die Studenten, mit denen Solei abhängt, und selbst die Einkommensschwachen. Junge Paare, die auf Motorrädern durch die Straßen cruisen, sind sich der Bewunderung Gleichaltriger sicher. Unter den jungen Arbeitern vom Land ist das Karaoke-Singen von Liebesliedern sehr beliebt, und am Valentinstag herrscht große Aufregung: Viel Erfahrung mit dem anderen Geschlecht hat noch keiner von ihnen. Wie sein Bruder abends durch die Stadt fahren oder schlendern, ein Mädchen treffen: Das Leben steckt für Bora auf einmal voller Verheißungen.

Bora wünscht sich sehr, dass der große Bruder die Mutter besucht, dass er ihm seine Arbeitskollegen vorstellen darf. Aber Solei bleibt auf Distanz, sagt Bora nicht einmal, womit er sein Geld verdient. Der jüngere Bruder ahnt, dass hinter der glänzenden Erfolgsfassade eine dunkle Seite existiert. Er selbst ist hin- und hergerissen: Soleis Lebensstil gefällt ihm, aber dessen Freunde erscheinen ihm hohl, die Kollegen und die einfachen Leute, aber auch die Heimat sind ihm näher. Die Aufnahmen wirken sehr impressionistisch, können zum Beispiel ausgiebig schwelgen im Genuss einer Motorradfahrt, oder eines draußen verbrachten Abends, während sich das Tageslicht verändert und dann schwindet. So entsteht eine authentische Atmosphäre, in der die Protagonisten gar nicht mehr viel tun müssen, um den Betrachter begreifen zu lassen, wie intensiv sie in diesen Momenten leben.

Fazit: Das Spielfilmdebüt des französisch-kambodschanischen Regisseurs Davy Chou erzählt von den Versuchen eines 18-jährigen Kambodschaners vom Land, in der Großstadt Fuß zu fassen. Die großen sozialen Unterschiede geben ihm Rätsel auf, aber seine neue Freiheit und erste Flirts entschädigen ihn teilweise für verlorene Illusionen. Die Geschichte überzeugt als leichtfüßige filmische Annäherung an die junge Generation des Landes, die ihren Weg zwischen Tradition und globalisierter Moderne finden muss.




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Land: Frankreich, Kambodscha
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 19.01.2017
Regie: Davy Chou
Darsteller: Sobon Nuon als Bora
Verleih: Rapid Eye Movies

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