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Das Pubertier - Der Film
Das Pubertier - Der Film
© Constantin Film

Kritik: Das Pubertier - Der Film (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Das Pubertier" beruht auf dem gleichnamigen Roman von Erfolgs-Autor Jan Weiler, der mit seinem Roman "Maria, ihm schmeckt’s nicht!" bekannt wurde. Für die Verfilmung zeichnete Leander Haußmann verantwortlich, der zu den erfolgreichsten deutschen Filmemachern ("Sonnenallee") zählt und bereits an etlichen erfolgreichen Literaturverfilmungen beteiligt war ("Herr Lehmann", "Die Vermessung der Welt" u.a.). Zuletzt verfasste er das Drehbuch für den "Polizeiruf 110 – Kinderparadies" (2013), den er auch inszenierte. Produziert wurde "Das Pubertier" von Günter Rohrbach, der mit "Das Boot" und "Schtonk!" zwei der größten deutschen Film-Klassiker der letzten Jahrzehnte produzierte.

"Das Pubertier" ist eine charmante, liebenswürdige Komödie, die einem nochmals mit viel Augenzwinkern vor Augen führt, wie das damals war, in der Pubertät. Diese turbulenten Jahre des emotionalen Chaos, der cholerischen Gemütszustände und des Versuchs, sich selbst zu finden. In "Das Pubertier" steckt Clara (eine echte Neuentdeckung: Harriet Herbig-Matten) mitten in dieser schwierigen Zeit. Die Rolle des Familienvaters Hannes ist Sympathieträger Jan Josef Liefers auf den Leib geschneidert. Man fühlt mit ihm, wenn er (u.a. mit Hilfe von ohrenbetäubender Musik) versucht, seine Tochter morgens aus dem Bett zu kriegen oder wenn er sie daran hindern will, mit allzu freizügigen Klamotten aus dem Haus zu gehen.

Das alles kommt einem irgendwie bekannt vor. Zwar übertreibt es "Das Pubertier" hier und da mit seinen überzeichneten Erwachsenen-Figuren und den körperbetonten Slapstick-Einlagen, dennoch: mit süffisantem Witz und locker-leichtem Ton, arbeitet der Film die Tücken und Widrigkeiten der frühen Pubertätsjahre sorgsam heraus. Und er beobachtet das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ganz genau. Zu Beginn zeigt sich Hannes noch alles andere als besorgt, ob der bevorstehenden chaotischen Pubertätsjahre seiner Tochter. An Dichter und Philosophen und klassische Konzerte wolle er sie heranführen, ihren Sinn für Kunst schärfen. Die Reaktion von Clara auf ihr Geburtstagsgeschenk sowie ihre unberechenbaren Launen der kommenden Zeit, belehren ihn jedoch bald eines Besseren.

Schade ist nur, dass der Film hier und da ein wenig abgehackt sowie bruchstück- und episodenhaft wirkt. Dies ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass er sich an einem Roman orientiert, der sich aus 22 Kurzgeschichten zusammensetzt. Der inhaltliche rote Faden ist zwar da, doch wirkt er zwischendurch wie unterbrochen.

Fazit: Obwohl der Film gelegentlich ein wenig wie eine Ansammlung von Einzelepisoden wirkt, handelt es sich bei "Das Pubertiert" um eine durchweg sympathische, pointierte und klug beobachtete Komödie über die emotional turbulentesten Jahre eines Menschen.




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