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FBW-Bewertung: Mein Leben als Zucchini (2016)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Der Stop Motion-Film mit den liebevoll animierten Puppen steckt voller Charme und Poesie. Erzählt wird die Geschichte des 9jährigen Zucchini, der nach dem Tod seiner Mutter in ein Waisenhaus kommt, wo er auf eine Gruppe gleichaltriger Kinder trifft. Jeder von ihnen hat ein trauriges Schicksal, ?keiner liebt die Kinder? sagt Simon, der anfangs die Gruppe dominiert und kommandiert. Wiesich das ändert, Frieden im Heim einkehrt und die Kinder echte Freunde werden, die sich vertrauen, Quatsch machen, Spaß haben und füreinander einstehen, ist wunderbar in Szene gesetzt. Und am Ende finden Zucchini und seine Freundin Camille sogar eine Familie.
Die Puppen sind bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet mit Frisuren und coolen Mini-Kostümen, die jedem der Charaktere eine besondere Note verleihen. Am auffälligsten sind die Augen, riesengroß und mit Farben und Bewegung so lebendig, dass sie den Zuschauer emotional sofort in die Geschichte hineinziehen. Viel Wert wurde auf die Tonebene gelegt, in der jedes Türenschlagen und Treppensteigen so passgenau ist wie die dramaturgisch perfekt eingesetzte Musik. Es gibt viele Sidekicks, die auch einem erwachsenen Publikum Vergnügen bereiten werden und wenn die Kinder darüber philosophieren, wie das wohl mit dem Sex geht, dann gibt das jede Menge Gesprächsstoff für Große und Kleine.
Regisseur Claude Barras und sein Kreativteam haben mit MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI einen sehr besonderen Film geschaffen, der in 60 Minuten phantasievoll und leicht schwierige Themen behandelt und besonders für Kinder im Grundschulalter empfehlenswert ist. Die Jury vergibt einstimmig das Prädikat ?besonders wertvoll?.



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