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FBW-Bewertung: Hanni & Nanni - Mehr als beste Freunde (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Nach drei Verfilmungen, mit denen bereits zwischen 2010 und 2013 Enid Blytons erfolgreiche Buchreihe adaptiert wurde, kommt nun eine Neuversion ins Kino, die nicht etwa an die drei Vorgänger anknüpft, sondern auf mehreren Ebenen noch einmal ganz von vorn beginnt. Neben der Neubesetzung der Hauptfiguren (die Meinecke-Zwillinge ersetzen die Münster-Zwillinge) erhalten zudem auch Erzählhaltung und Tonalität eine Überarbeitung hin zu weniger ?Pink? und mehr zeitgemäßer Einfärbung.
Geblieben ist neben Katharina Thalbachs Figur der Lehrerin Bertoux (jetzt Madame statt Mademoiselle) vor allem das Bestreben der Macher, die Erwartungen der Zielgruppe zu treffen und sie mit Qualitätsanspruch zu bedienen. Und so vereint der Film Elemente der zurzeit so erfolgreichen Genres Pferde- und Internatsfilm mit gerappten Musicaleinlagen, eingestreuten YouTube-Channel-Anmutungen, Wischästhetik und Animationen. Auch auf der narrativen Ebene wird eine Menge verpackt: Es geht um das Finden von Eigenständigkeit und dem Zusammenspiel von eigener Meinung und Gruppendynamik. Am Beispiel der Zwillinge werden dazu alle weiteren typischen Konfliktlinien von Mädchenfreundschaften durchgespielt sowie die Vater-Tochter-Beziehung in gleich zwei Generationen verhandelt.
Alles in allem also stellt der Film ein durchaus ambitioniertes Vorhaben dar, auch wenn die Einzelkomponenten für sich genommen nichts komplett Neues zu bieten haben. Trotzdem gelingt es der Regisseurin Isabell Suba nach Auffassung der Jury durchaus überzeugend, aus all den Anforderungen und Zutaten ein modernes ?Feelgood-Movie? zu schaffen, das bei der Zielgruppe ankommen dürfte, ohne sich platt anzubiedern. Die kurzen und prägnanten Rap-Sequenzen beispielsweise sind sehr organisch in die Erzählstruktur eingebunden, vergleichsweise natürlich inszeniert und von Sonja Rom ? wie der gesamte Rest des Films ? stilsicher fotografiert. Der komödiantische Blick auf die Erwachsenen unterstreichtdie jugendliche Erzählperspektive und findet insbesondere in Szenen mit Henry Hübchen schöne Momente. Regisseurin Isabell Suba konnte in ihrem zweiten Kinofilm eine komplett neue Seite zeigen, die von der Jury nun mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet wird.



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