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Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid...-1994
Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid Waste Company 1989-1994
© Uli Happe

Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid Waste Company 1989-1994 (1989)

Dokumentarfilm: Regisseur Uli Happe hat das wilde Treiben der Performancekunstgruppe Mutoid Waste Company zu Beginn der 1990er Jahre auf Video eingefangen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Mitte der 1980er gründete Joe Rush in London das Künstlerkollektiv Mutoid Waste Company. Inspiriert durch "Mad Max" und Comics kreierten Rush und seine Mitstreiter aus Schrott und alten Autos Maschinenmonster und Vehikel, die wie gemacht schienen für die Postapokalypse. Auf illegalen Partys und Konzerten kamen die Kunstwerke schließlich zum Einsatz, doch nach wiederholtem Ärger mit den Behörden beschloss die Mutoid Waste Company 1989 die englische Heimat zu verlassen, um nach Berlin zu ziehen. Auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Görlitzer Bahnhofs sorgte die Gruppe um Rush mit zahlreichen Performances und Skulpturen für Aufsehen in Ost- und Westdeutschland. Es folgten Reise durch ganz Europa, bis die Mitlgieder Company in den 1990ern immer mehr getrennte Wege einschlugen.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Über Jahre hinweg hat der Regisseur und Cutter Uli Happe die Performancekünstler der Mutoid Waste Company begleitet und Unmengen an Material gefilmt. Mit seinem eineinhalbstündigen Dokumentarfilm "Declassified: The Mutoid Waste Files" präsentiert der Filmemacher nun ein faszinierendes Zeitdokument, das nicht nur Einblicke in das Künstlerkollektiv erlaubt, sondern zugleich alternative Szenen und Subkulturen Europas zu Beginn der 1990er Jahre beleuchtet.

"Declassified" bietet dabei keinen distanzierten Blick von außen, sondern vermittelt von der ersten Einstellung an das Gefühl des Mittendrin-seins. Sprunghafte Schnitte sowie das aus heutiger Sicht grob wirkende Videomaterial und der stets leicht verrauschte Ton bilden dabei ein stimmiges Fundament für Happes Dokumentarfilm: So rau, ungehobelt und energiegeladen wie die von Punk und Comics inspirierten Künstler der Mutoid Waste Company sich geben, so ist auch ihr filmisches Porträt geworden.

Wer einen typische Dokumentarfilm mit nüchternen Experten, Talking-Head-Interviews sowie klaren Erläuterungen erwartet, wird hier wohl enttäuscht werden. Happe folgt dem wild trommelnden Rhythmus seiner Protagonisten und opfert dafür manches Mal Nachvollziehbarkeit für Unmittelbarkeit. Zusammenhänge werden dadurch nicht immer sofort ersichtlich und auch dramaturgisch hätte ein Schritt zurück "Declassified" an manchen Stellen gut getan. So verliert sich der sehenswerte Film zum Ende hin in Redundanzen und mag nicht von den Performances loskommen, wenn man als Zuschauer eventuell schon genug gesehen hat.

Fazit: Uli Happe ist mit "Declassified: The Mutoid Waste Files" ein faszinierendes Zeitdokument gelungen, dessen Videoaufnahmen so rau und energiegeladen wie seine Protagonisten wirken. Die unmittelbare Nähe zum Sujet sowie das Gefühl des Mittendrin-seins sind sicherlich Stärken des Films, sorgen mitunter aber für Verständnisprobleme und dramaturgische Redundanzen.




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Land: Deutschland
Jahr: 1989
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 24.11.2016
Regie: Uli Happe

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