oder
Victoria - Männer & andere Missgeschicke
Victoria - Männer & andere Missgeschicke
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Victoria - Männer & andere Missgeschicke (2016)

Victoria

Französische Dramödie über eine moderne Frau zwischen Beruf, Mutterschaft und Liebesleben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Pariser Anwältin Victoria (Virginie Efira) ist mit Ende 30 alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Töchtern. Als ihr Babysitter kündigt, nimmt sie zögernd das Angebot des ehemaligen Klienten Sam (Vincent Lacoste) an, bei ihr einzuziehen und sich als ihr Praktikant um alles zu kümmern. Sam möchte ihr eigentlich im Beruf assistieren, weil sich der ehemalige Kleindealer für Jura interessiert. Aber als Babysitter braucht ihn Victoria mehr. Denn wenn sie nach Hause kommt, beginnt bald das Abendprogramm mit Männerbekanntschaften.

Vincent (Melvil Poupaud), ein Ex-Freund, hat Victoria händeringend darum gebeten, ihn vor Gericht zu verteidigen. Denn seine Partnerin hat ihn beschuldigt, sie mit dem Messer attackiert zu haben. Victoria übernimmt die Verteidigung, obwohl sie alle davor warnen, weil sie Vincent und die möglichen Zeugen privat kennt. Tatsächlich wird ihr für ein halbes Jahr die Anwaltslizenz entzogen, als eine Zeugin sie auf der Straße anspricht. Victoria fällt in eine Depression, aus der sie sich mühsam wieder aufrichtet. Ihre Rückkehr in den Beruf bedeutet, dass sie Vincents verrückten Fall wieder übernimmt. Auch hat sie selbst einen Prozess gegen ihren Ex-Mann David (Laurent Poitrenaux) angestrengt, der in einem Blog kaum verhüllt und rufschädigend über ihr Sexleben schreibt. Ihre größte Stütze Sam ist in sie verliebt und leidet darunter, dass sie ihn zu wenig beachtet.

Bildergalerie zum Film

In Bed with VictoriaIn Bed with VictoriaIn Bed with VictoriaIn Bed with VictoriaIn Bed with VictoriaIn Bed with Victoria


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Eine moderne Frau im Stress ist das Thema dieser französischen Dramödie von Regisseurin und Drehbuchautorin Justine Triet. Die beliebte Schauspielerin Virginie Efira ("Birnenkuchen mit Lavendel") spielt die junge Anwältin und Mutter, die nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht. Sie muss Geld verdienen, während ihr Ex, der der Vater ihrer Kinder ist, gerade mit einem Blog über ihr Sexleben groß herauskommt. Sie riskiert ihre Anwaltslizenz, nur weil sie einem Freund einen Gefallen tun will, der sein Liebesleben nicht im Griff hat. Aber auch bei ihr hapert es mit der Liebe: Denn die Männer, die sie zum ersten Date zu sich einlädt, haben nur Sex im Sinn. Da wäre allerdings noch Sam, der Babysitter, aber der wirkt unbedarft und ist jünger als sie.

Es wird viel geredet über die Doppelbelastung moderner Frauen, aber Triet treibt das Problem munter auf die Spitze. Es ist schwer erträglich, dass Victoria ihre kleinen Töchter tagelang vor lauter Stress kaum eines Blickes würdigt. Diese emotionale Hürde muss man erst einmal nehmen, um sich auf die charmanteren Seiten der Hauptfigur näher einlassen zu können. Und die hat diese Frau, die so viele Ansprüche an das Leben stellt, gewiss auch. Virginie Efira spielt Victoria als selbstbewusste Alleinkämpferin, die auch kindlich und bedürftig wirkt: Sie geht nicht nur zum Analytiker, sondern auch zur Kartenlegerin, und vertraut ihre Sorgen einmal sogar einer Klientin an. In diesem Chaos, das schräge Männer wie der Ex-Mann und Vincent noch mehren, ergeben sich viele humorvolle Momente. Interessant ist auch die Umkehrung der traditionellen Rollenverteilung. Mit der Figur des Sam wird hier nämlich ein Mann eingeführt, der zu einer Frau aufschaut und ihr aus dem Hintergrund stützend zuarbeitet.

Triet will wie ihre Heldin auf zu vielen Hochzeiten tanzen. Sie kann sich nicht entscheiden, worum es hier wirklich gehen soll: um ein Burn-out und dessen Bewältigung, um das Liebesleben einer Frau oder um den Gerichtsprozess, der sich um das Liebesleben eines anderen dreht. Dieses erzählerische und inszenatorische Jonglieren mit dem Chaos hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Viele Szenen sind zwar amüsant, zum Teil durchaus lebensnah und, weil sie der Heldin so viel Freiheit in der Lebensgestaltung zugestehen, auch mutig. Aber die Unfähigkeit dieser Titelfigur, Prioritäten zu setzen und innezuhalten, wird im Film zu wenig reflektiert.

Fazit: Diese französische Dramödie über die Doppelbelastung einer modernen Frau und die Männer in ihrem Leben trägt den thematisierten Stress etwas zu dick auf. So wenig wie sich die Titelheldin vor lauter Pflichten und eigenen Ansprüchen retten kann, gelingt es dem Film, inhaltliche Prioritäten zu setzen. Er laviert zwischen Gerichtsdrama, Romantik und Psychokrise. Dennoch eignet sich das forcierte Chaos auch immer wieder als Humorfaktor und es macht erneut Freude, die charismatische Schauspielerin Virginie Efira zu erleben.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Victoria - Männer & andere Missgeschicke

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Länge: 97 Minuten
Kinostart: 04.05.2017
Regie: Justine Triet
Darsteller: Virginie Efira als Victoria Spick, Vincent Lacoste als Samuel Mallet, Melvil Poupaud als Vincent Kossarski
Verleih: Alamode Film, Die FILMAgentinnen

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Get Out
News
Deutsche Filmstarts: Geht rein in "Get Out"!
"Sieben Minuten nach Mitternacht" berührt




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.