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Ich wünsche dir ein schönes Leben
Ich wünsche dir ein schönes Leben
© Film Kino Text © Die FILMAgentinnen

Ich wünsche dir ein schönes Leben (2016)

Je vous souhaite d'être follement aimée

Die Physiotherapeutin Elisa lässt sich im nordfranzösischen Dünkirchen nieder, um sich dort auf die Suche nach ihrer biologischen Mutter zu begeben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Die Physiotherapeutin Elisa Bérard (Céline Sallette) wurde in Dünkirchen geboren und nach der Geburt von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben. Als 30-jährige Frau entscheidet sie sich dazu, in ihrer Geburtsstadt auf Spurensuche zu gehen. Sie nimmt eine Vertretungsstelle in einer Praxis in Dünkirchen an und zieht mit ihrem Sohn Noé (Elyes Aguis) in die Hafenstadt. Sie hofft darauf, ihre biologische Mutter endlich zu finden. Bisher hat diese nämlich den Behörden untersagt, ihre Identität preiszugeben. Und tatsächlich meint es das Schicksal gut mit ihr: eines Tages kommt Annette Lefèvre (Anne Benoît) nach einem Unfall zur Behandlung zu ihr, ohne dass die beiden Frauen wissen, wer die jeweils andere Person ist. Annette ist eine allein lebende, ruhige ältere Dame, die in der Schule arbeitet, auf die auch Noé geht. Gelingt den beiden Frauen eine Annäherung?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die in Frankreich aufgewachsene Regisseurin Ounie Lecomte, verarbeitet mit "Ich wünsche dir ein schönes Leben" auch ihre eigene Familiengeschichte. Denn Lecomte, geboren in Seoul, wurde im Alter von acht Jahren selbst adoptiert. "Ich wünsche dir ein schönes Leben" ist ihr zweiter abendfüllender Film, der mit einem Produktionsbudget von rund zweieinhalb Millionen Dollar realisiert wurde. Die Hauptrolle spielt die aus Bordeaux stammende Darstellerin Céline Sallette, die bereits für den französischen Filmpreis César nominiert wurde (2012 für "Haus der Sünde).

Was bewegt einen Menschen dazu, das eigene Kind wegzugeben? Das ist die alles entscheidende Frage, die dieser gefühlvolle, sanft erzählte Film aufwirft. Eine Frage, auf die auch Hauptfigur Elisa keine Antwort weiß. Sie hat kein Verständnis für ihre biologische Mutter, die sich einfach nicht zu erkennen geben will. Und das, obwohl die Behörden ihre Mutter kennen, das französische Recht aber vorschreibt, dass die Bekanntgabe des Namens nur mit dem Einverständnis der Erzeugerin erfolgen kann. Der Zufall führt Elisa und Annette, die von Céline Sallette und Elyes Aguis einnehmend und glaubhaft verkörpert werden, dann aber doch noch zusammen – ohne jeweils von der Identität des anderen zu wissen.

Die intensiven, (im wahrsten Sinne) berührenden Momente, in denen Annette zur Behandlung bei Elisa ist, sind die stärksten des ganzen Films. Die Kamera scheint jede Handbewegung genau zu beobachten, wenn die Tochter der – vermeintlichen – Mutter durch Berührungen ganz nah kommt. In einer Szene stellt Elisa ihrer Patientin die Frage, ob sie selbst auch Mutter sei. Die Antwort von Annette auf diese Frage macht nochmals nachhaltig deutlich, dass diese auch nach 30 Jahren nicht zur Tochter stehen kann. Und schon gar nicht dazu, das eigene Kind zur Adoption freigegeben zu haben.

Dabei versteht sich der Film zu keiner Zeit als Anklage oder vermittelt seine Botschaften mit erhobenem Zeigefinger. Im Gegenteil: er wirbt vielmehr für Verständnis für Entscheidungen, die man selbst vielleicht anders fällen würde und zunächst nicht nachvollziehen kann. Denn bestimmte Situationen verlangen nach mitunter schwer verständlichen, aber notwendigen Entscheidungen. Zumal sich Hauptfigur Elisa, gerade schwanger mit dem zweiten Kind, selbst in einer Lage befindet, in der sich die ein oder eine Frau ganz bestimmt dazu entscheiden würde, das Kind nach der Geburt wegzugeben.

Fazit: Einfühlsamer, ruhig erzählter Film mit zwei vielschichtig, berührend agierenden Darstellerinnen. Der sensibel inszenierte Film wirbt um Verständnis für schwer nachvollziehbare Entscheidungen anderer.




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Land: Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 15.06.2017
Regie: Ounie Lecomte
Darsteller: Céline Sallette als Elisa Bérard, Anne Benoit als Annette Lefèvre, Françoise Lebrun als Renée Lefèvre
Verleih: Film Kino Text, Die FILMAgentinnen

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