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Gaza Surf Club (2016)

Dokumentarfilm: Der Regisseur Philip Gnadt porträtiert Surfer aus dem Gazastreifen und ihren sehnlichen Wunsch nach Veränderung.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
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Der Gazastreifen, ein schmales Küstengebiet zwischen Israel und Ägypten, gilt sicherlich nicht als einer der Hotspots der Surferszene. Und trotzdem wagt sich hier eine Gruppe von jungen Männern regelmäßig in die Fluten, um beim Wellenreiten für einige Augenblicke den Alltag hinter sich zu lassen. Dieser ist vor allem von Entbehrungen geprägt: Krieg, Besatzung sowie religiöser Fanatismus schränken die Menschen stark ein und lassen viele ohne große Hoffnung in die Zukunft blicken. Einige erlauben es sich dennoch, zu träumen, und lassen sich auch von zahlreichen Rückschlägen nicht von ihren Zielen abhalten. Ibrahim etwa versucht beharrlich ein Visum zu bekommen, um nach Hawaii zu reisen und hier alles über die Herstellung von Surfbrettern zu lernen. Die Teenagerin Sabah hingegen sehnt sich zurück in die Kindheit, als es ihr noch erlaubt war, im Meer zu baden und auf Wellen zu reiten – ein Vergnügen, das jungen Frauen strikt untersagt ist.

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Gaza Surf ClubGaza Surf ClubGaza Surf ClubGaza Surf ClubGaza Surf Club


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Häufig ist in "Gaza Surf Club" von Hoffnungslosigkeit die Rede und doch ist Philip Gnadts Dokumentarfilm alles andere als ein Trauerspiel. Den von Armut und Zerstörung geprägten Gazastreifen fängt Kameramann Niclas Reed Middleton in hellen, freundlichen Bildern ein und wenn Gnadt auf Unrecht und Bevormundung blickt, dann immer durch die Augen seiner trotzigen Protagonisten.

So gerät der Film zu einem melancholischen Feel-Good-Movie, dem es leider an Zwischentönen mangelt. Welche Entbehrungen und Rückschläge der Alltag im Gazastreifen für seine Bewohner bereithält, wird nur am Rande gestreift, und auch die Widersprüche, die das Zusammenleben ausmachen, finden kaum Beachtung.

Gelungene Aufnahmen vom Surfen sowie sympathische Protagonisten entschädigen dabei nur ansatzweise für den fehlenden politischen und sozialen Kontext. Vorhersehbar und ohne wirkliche Höhepunkte porträtiert Gnadt seine Wellenreiter und verliert sich in mal heiteren, mal wehmütigen Impressionen.

Besonders bedauerlich ist, dass die mit Abstand interessanteste Geschichte von "Gaza Surf Club" immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird: Anhand der 15-jährigen Sabah, die als Kind erfolgreich das Surfen gelernt hat und den Sport als Jugendliche nun nicht mehr ausüben darf, werden die teils absurden Lebensumstände im Gazastreifen eigentlich am deutlichsten. Gnadt jedoch degradiert die charismatische Teenagerin zu einer Nebenfigur und benutzt ihr Schicksal lediglich zur fadenscheinigen Emotionalisierung des Publikums.

Fazit: Philip Gnadts Dokumentarfilm mangelt es sowohl an Zwischentönen wie auch an Kontext. So gerät "Gaza Surf Club" zu einem vorhersehbaren Feel-Good-Movie, das sich in mal heiteren, mal wehmütigen Impressionen verliert. Dies ist umso bedauerlicher, da unter der schön fotografierten Oberfläche eigentlich interessante Geschichten zu finden wären.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollEine Gruppe junger Menschen in Gaza hat sich zu einem Surf Club zusammengeschlossen, um der Hoffnungslosigkeit des Alltags im besetzten Gazastreifen für Momente zu entkommen. Der Film porträtiert das Leben der palästinensischen Surfer, indem diese [...mehr]

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Zum Video: Gaza Surf Club

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland, Palästina, USA
Jahr: 2016
Genre: Dokumentation
Länge: 86 Minuten
Kinostart: 30.03.2017
Regie: Philip Gnadt, Mickey Yamine
Verleih: farbfilm verleih

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