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Kritik: Gaza Surf Club (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Häufig ist in "Gaza Surf Club" von Hoffnungslosigkeit die Rede und doch ist Philip Gnadts Dokumentarfilm alles andere als ein Trauerspiel. Den von Armut und Zerstörung geprägten Gazastreifen fängt Kameramann Niclas Reed Middleton in hellen, freundlichen Bildern ein und wenn Gnadt auf Unrecht und Bevormundung blickt, dann immer durch die Augen seiner trotzigen Protagonisten.

So gerät der Film zu einem melancholischen Feel-Good-Movie, dem es leider an Zwischentönen mangelt. Welche Entbehrungen und Rückschläge der Alltag im Gazastreifen für seine Bewohner bereithält, wird nur am Rande gestreift, und auch die Widersprüche, die das Zusammenleben ausmachen, finden kaum Beachtung.

Gelungene Aufnahmen vom Surfen sowie sympathische Protagonisten entschädigen dabei nur ansatzweise für den fehlenden politischen und sozialen Kontext. Vorhersehbar und ohne wirkliche Höhepunkte porträtiert Gnadt seine Wellenreiter und verliert sich in mal heiteren, mal wehmütigen Impressionen.

Besonders bedauerlich ist, dass die mit Abstand interessanteste Geschichte von "Gaza Surf Club" immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird: Anhand der 15-jährigen Sabah, die als Kind erfolgreich das Surfen gelernt hat und den Sport als Jugendliche nun nicht mehr ausüben darf, werden die teils absurden Lebensumstände im Gazastreifen eigentlich am deutlichsten. Gnadt jedoch degradiert die charismatische Teenagerin zu einer Nebenfigur und benutzt ihr Schicksal lediglich zur fadenscheinigen Emotionalisierung des Publikums.

Fazit: Philip Gnadts Dokumentarfilm mangelt es sowohl an Zwischentönen wie auch an Kontext. So gerät "Gaza Surf Club" zu einem vorhersehbaren Feel-Good-Movie, das sich in mal heiteren, mal wehmütigen Impressionen verliert. Dies ist umso bedauerlicher, da unter der schön fotografierten Oberfläche eigentlich interessante Geschichten zu finden wären.





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