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Kommunion (2016)

Komunia

Polnischer Dokumentarfilm über eine dysfunktionale Familie.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Die 14-jährige Ola lebt gemeinsam mit ihrem autistischen Bruder Nikodem und ihrem Vater Marek in einer winzigen Sozialwohnung. Das dunkle, verrauchte Wohnzimmer dient den dreien auch als Schlafplatz, zwei ausziehbare Liegesofas als Betten. Zu ihrer Mutter Magdalena, die mit einem weiteren Kind bei einem anderen Mann lebt, besteht nur telefonischer Kontakt.

Als Nikodems Erstkommunion ansteht, hofft Ola auf eine Versöhnung der Eltern, weshalb sie fleißig mit ihrem Bruder für dessen Zulassungsprüfung zur Feier lernt. Denn der Junge, der bereits Mühe hat, sich selbst die Schuhe zu binden, kann sich kaum länger als ein paar Minuten auf eine Sache konzentrieren. Die 14-Jährige, die bereits kocht, wäscht, putzt und beim Sozialamt vorstellig wird, während der Vater lieber in der Kneipe sitzt und trinkt, schlägt sich tapfer, ist mit der Situation aber zusehends überfordert.

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KommunionKommunion - Anna ZameckaKommunionKommunionKommunionKommunion


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Regisseurin Anna Zamecka hat ihr Langfilmdebüt am Direct Cinema orientiert. Keine Musik, kein (auktorial-allwissender) Kommentar, keine Fragen aus dem Off lenken vom Geschehen ab, keine Einblendungen und Erklärungen verstellen den Blick. "Kommunion" ist ganz unmittelbar bei den Akteuren, als ob die Kamera selbst ein Familienmitglied wäre. Die Familie, in die uns Zamecka hier entführt, funktioniert nur leidlich.

Ola ist ihr Dreh- und Angelpunkt, und der ernste Blick der 14-Jährigen lässt uns ab und an vergessen, dass wir hier einer Jugendlichen beim Leben zusehen. Bis auf wenige Momente, wenn Ola mit ihren Freundinnen tanzt und die gleichaltrigen Jungs provoziert oder wenn sie ihrem Vater die halbe Stunde abringt, die sie abends länger von zu Hause wegbleiben möchte, zeigt Zamecka das Leben einer, die viel zu früh erwachsen werden muss(te). Ola ist Hausfrau für ihren Vater, Mutterersatz für den autistischen Bruder Nikodem und Erzieherin für beide. An ihren Eltern, der eine wie die andere im Grunde nicht familienfähig, verzweifelt Ola regelmäßig – und wir mit ihr.

Dank Małgorzata Szyłaks unaufdringlicher Kamera gelingen dem Dokumentarfilm wiederholt Aufnahmen voll traurig-schöner Alltagssymbolik, etwa wenn Ola beim Putzen in der Küche steht, die Geräte um sie herum rütteln und sie den Laden buchstäblich zusammenhält. Oder wenn die 14-Jährige Nikodem am Vorabend seiner Erstkommunion die Eucharistie mit Bananenscheiben beibringt. Oder wenn Nikodem seinen Religionslehrer in Verlegenheit bringt, weil der Junge die Liebe nicht als Tugend, sondern als Sünde begreift. Schließlich sei das Küssen in der Öffentlichkeit von der Kirche ja verpönt!

Anna Zameckas Film ist voll von solchen kleinen, ebenso berührenden wie ungezogenen und erhellenden Momentaufnahmen, die die Akteure nie verurteilt. Trotz oder gerade wegen dieser neutralen Erzählhaltung ist "Kommunionn" ein zutiefst mitfühlender Film.

Fazit: Anna Zameckas Dokumentarfilm "Kommunion" schaut einer Problemfamilie unmittelbar und vorurteilsfrei beim Leben zu und ringt dem Leben dadurch berührende Momente und den Zuschauern Mitgefühl ab.




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Land: Polen
Jahr: 2016
Genre: Dokumentation
Länge: 72 Minuten
Kinostart: 04.05.2017
Regie: Anna Zamecka
Verleih: Peripher

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