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Back for Good
Back for Good
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Kritik: Back for Good (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem Langfilmdebüt "Back for Good" befasst sich die 1986 geborene Regisseurin Mia Spengler mit dem Phänomen der Reality-TV-Prominenz. Gemeinsam mit Stefanie Schmitz hat sie ein Drehbuch entwickelt, in dessen Zentrum eine Frau steht, die (nur) fürs Berühmtsein berühmt ist. Celebrities wie Gina-Lisa Lohfink, Daniela Katzenberger oder die Britin Katie Price dienten als Vorbilder für die Protagonistin Angie. Erfreulicherweise geben Spengler und Schmitz diese Figur niemals der Lächerlichkeit preis – sie schreiben Angie aber auch nicht die hilflose Opferrolle zu. Vielmehr zeigen sie eine Kämpferin, die gewiss nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft, jedoch weder naiv-dümmlich noch passiv-unselbstständig ist.

Die blondierten Haare, das übermäßige Make-up, die künstlichen Fingernägel, die chirurgisch vergrößerten Brüste, die aufreizende Garderobe samt High-Heels – all das ist Angies Rüstung im Kampf um mediale Aufmerksamkeit. Dass sie sich damit auch dem Hohn und Spott etlicher Leute aussetzt, ist der circa 30-Jährigen durchaus bewusst – sie weiß, in welcher Welt sie sich bewegt; sie kennt die Regeln – und ist (zunächst) bereit, dabei mitzuspielen. "Back for Good" feiert den oberflächlichen Glanz der Trash-Fernsehwelt nicht; der Film demonstriert die Menschenverachtung dieser Branche, in welcher man rasch seine Würde und Selbstachtung verlieren kann. Spengler und Schmitz geht es allerdings weniger um einen Angriff gegen den perfiden TV-Kosmos; sie konzentrieren sich auf die Heldin und deren persönliches Umfeld. Hierbei gelingt dem Duo ein feinfühliges Porträt dreier Frauen aus drei Generationen.

Neben Angie – die von Kim Riedle ("Verbotene Liebe") facettenreich und mit viel Verve verkörpert wird – tritt die von Juliane Köhler ("Nirgendwo in Afrika", "Zwei Leben") gespielte Mutter Monika in Erscheinung: Eine spürbar unglückliche Frau, die sich für Angie schämt. Das jüngste Familienmitglied Kiki wird von Monika indes immer wieder emotional erpresst. Kiki hat den Wunsch nach öffentlichem Interesse wiederum ebenfalls verinnerlicht; durch Follower und zahlreiche Klicks in den sozialen Medien hofft sie, die Liebe zu bekommen, die ihr fehlt – was von der jungen Leonie Wesselow glaubwürdig und schmerzhaft vermittelt wird.

Fazit: Ein kluger, sensibel erzählter Film über den Wunsch nach Anerkennung und die falschen Wege, diese zu erlangen – großartig gespielt von dem Schauspielerinnen-Trio Kim Riedle, Juliane Köhler und Leonie Wesselow.




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